Technische Daten
| Modell | ECAM450.55.S (Baureihe Eletta Explore), Silber; Herstellernummer 0132217070 |
|---|---|
| Geräteart | Kaffeevollautomat mit Mahlwerk, automatischem Milchsystem und Kaltextraktion |
| Getränke | über 50 heiße und kalte Rezepte laut De'Longhi; OTTO führt das Modell mit 40 Rezepten, per App kommen über 100 dazu |
| Kalte Zubereitung | Cold Extraction Technology: Cold Brew ohne Aufheizen, laut Hersteller in unter fünf Minuten |
| Milchsystem | LatteCrema Hot und LatteCrema Cool, zwei getrennte Karaffen im Lieferumfang |
| Milchkaraffe | Volumen weist De'Longhi für dieses Modell nicht aus; Coolblue nennt für die Schwestermodelle 0,5 l (Hot) und 0,4 l (Cool) |
| Display | 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit farbigen Touch-Symbolen |
| Benutzerprofile | 4 |
| App | De'Longhi Coffee Link App mit über 100 Rezepten und Fernbedienung der Maschine |
| Mahlwerk | Kegelmahlwerk, Mahlscheiben aus Edelstahl |
| Mahlgrad-Einstellung | 13 Stufen |
| Brühgruppe | herausnehmbar, von Hand spülbar |
| Pumpendruck | 19 bar |
| Heizsystem | doppeltes Heizsystem, Kaffee und Milch getrennt |
| To-Go-Funktion | automatisch, für Becher bis 16 cm Höhe |
| Maximale Tassenhöhe | 17 cm |
| Wassertank | 1,8 Liter, nach vorn herausziehbar |
| Bohnenbehälter | 300 g |
| Kaffeesatzbehälter | 14 Portionen |
| Pulverschacht | vorhanden, für vorgemahlenen Kaffee |
| Wasserfilter | einsetzbar |
| Wasserhärte | programmierbar |
| Reinigung | automatische Spülung, automatische Milchsystem-Reinigung, Entkalkungsprogramm; Coolblue gibt für das Schwestermodell rund 35 Minuten Entkalkungsdauer an |
| Spülmaschinenfeste Teile | Milchkaraffen, Abtropfschale, Aufnahmerost, Kaffeesatzbehälter, Deckel des Bohnenbehälters, Wassertank |
| Zubehör im Lieferumfang | zwei Milchkaraffen, Silikon-Eisbehälter, Messlöffel, Wasserfilter, Wasserhärte-Teststreifen |
| Anschlusswert | 1.450 W, 220–240 V, 50–60 Hz |
| Kabellänge | 1,2 m |
| Maße (H × B × T) | 38,5 × 26 × 45 cm |
| Gewicht | 11,2 kg |
| Gehäuse | Kunststoff, silberfarben mit schwarzer Front |
| Auszeichnungen | Stiftung Warentest 11/2022 GUT (1,7), Computer BILD GUT (1,7), Red Dot Design Award, iF Design Award |
| EAN | 8004399021143 |
Einordnung
Die Eletta Explore ist der Vollautomat, mit dem De’Longhi das Thema kalter Kaffee ernst genommen hat. Sie bringt zwei getrennte Milchkaraffen mit, eine für heißen und eine für kalten Schaum, und sie brüht über eine eigene Kaltextraktion einen Cold Brew, ohne das Wasser vorher zu erhitzen. Dazu kommen ein 3,5-Zoll-Touchdisplay, vier Benutzerprofile und eine To-Go-Funktion für Becher bis 16 cm.
Grundlage dieser Einordnung sind das De’Longhi-Datenblatt zur ECAM450.55.S, die Herstellerangaben zu LatteCrema Hot und Cool sowie zur Cold Extraction Technology, die Händlerlistungen mit technischen Daten und Preis und die vom Hersteller ausgewiesenen Testurteile. Wo Angaben auseinandergehen, steht das unten ausdrücklich im Text.
Analyse
Zwei Milchsysteme in einem Gerät
Der Kern dieses Geräts sind zwei Karaffen. LatteCrema Hot erzeugt den klassischen heißen Milchschaum für Cappuccino und Latte macchiato. LatteCrema Cool erzeugt Schaum ohne Dampf, also kalt.
Warum das mehr ist als eine Spielerei, zeigt sich beim Iced Cappuccino. Der übliche Weg im Sommer sieht so aus: heißen Milchschaum auf Eiswürfel geben und zusehen, wie er in sich zusammenfällt und das Getränk verwässert. Kalt aufgeschäumte Milch bleibt stabil, weil kein Temperatursprung stattfindet. Der Schaum liegt auf dem Eis, statt es zu schmelzen.
Der Preis dafür sind zwei Bauteile im Küchenschrank. Beide Karaffen sind spülmaschinenfest, das nimmt der Sache viel von ihrer Lästigkeit. Der Grundgedanke bleibt derselbe wie bei jedem Milchsystem: Was mit Milch in Kontakt kommt, muss regelmäßig sauber werden. Was passiert, wenn das unterbleibt, steht unter Kaffeevollautomat macht keinen Milchschaum.
Cold Extraction: Cold Brew in Minuten statt Stunden
Die zweite Besonderheit ist technisch die interessantere. Beim normalen Brühvorgang läuft Wasser mit etwa 90 Grad und hohem Druck durch das Kaffeemehl. Bei der Cold Extraction Technology umgeht das Wasser die Heizeinheit und erreicht die Brühkammer mit Umgebungstemperatur. Die Pumpe arbeitet pulsierend und mit niedrigem Druck, der Kaffee tropft langsam durch.
Was dabei chemisch passiert, erklärt den Geschmack. Bitterstoffe und ein großer Teil der Säuren lösen sich temperaturabhängig, kaltes Wasser holt sie deutlich langsamer aus dem Mehl. Übrig bleiben die süßen und blumigen Noten. Das Ergebnis schmeckt milder als abgekühlter Espresso, der seine Bitterstoffe mit ins Glas nimmt.
Der Zeitvorteil ist der eigentliche Verkaufspunkt. Klassischer Cold Brew zieht zwölf Stunden im Kühlschrank, laut De’Longhi steht er hier in unter fünf Minuten. Wie die Handmethode funktioniert und wo ihre Stärken liegen, steht unter Cold Brew selbst machen.
Das doppelte Heizsystem und die 19 bar
Beim Innenleben unterscheidet sich die Eletta Explore deutlich von den günstigeren Baureihen. Sie hat zwei Heizkreise: einen für den Kaffee, einen für die Milch.
Bei Geräten mit einem einzigen Thermoblock läuft die Sache seriell. Erst wird auf Brühtemperatur geheizt, dann auf Dampftemperatur hochgefahren, dann für den nächsten Espresso wieder heruntergekühlt. Mit zwei Kreisen entfällt das Umschalten, ein Cappuccino ist schneller fertig, und die Kaffeetemperatur bleibt vom Milchbetrieb unabhängig. Welche Temperaturen bei welcher Zubereitung sinnvoll sind, steht unter Kaffee brühen: die richtige Temperatur.
Die 19 bar Pumpendruck liegen über den 15 bar der Magnifica-Baureihe. Für den Geschmack sagt die Zahl weniger, als sie verspricht: Extrahiert wird bei rund 9 bar, alles darüber beschreibt die Reserve der Pumpe. Bei der kalten Extraktion ist die Regelbarkeit nach unten wichtiger als die Spitze nach oben.
Das Kegelmahlwerk mit Edelstahl-Mahlscheiben und 13 Mahlgradstufen ist De’Longhi-Standard. Edelstahl leitet Wärme besser als Keramik, wie Siemens sie verbaut; was das für die Tasse bedeutet, steht unter Edelstahl- oder Keramikmahlwerk. 13 Stufen sind für ein Gerät dieser Klasse eine gute Auflösung, gerade weil kalte und heiße Zubereitung unterschiedliche Mahlgrade mögen.
To Go: 16 Zentimeter, die den Unterschied machen
Ein Detail, das im Datenblatt klein aussieht und im Alltag groß wird: Die maximale Tassenhöhe liegt bei 17 cm, die To-Go-Funktion arbeitet mit Bechern bis 16 cm.
Zum Vergleich: Die Klasse darunter, etwa die Magnifica Evo, endet bei 14 cm. Ein handelsüblicher Thermobecher misst 17 bis 20 cm und passt dort schlicht nicht darunter. Der übliche Behelf besteht darin, in eine Tasse zu brühen und umzugießen, mit dem entsprechenden Temperaturverlust.
Die Eletta Explore löst das über eine höhenverstellbare Abstellfläche und drei voreingestellte Bechergrößen. Wer morgens mit Kaffee aus dem Haus geht, spart sich damit jeden Tag einen Handgriff und eine abzuwaschende Tasse.
Vorräte, Platzbedarf und die Tiefe von 45 Zentimetern
Gerechnet auf den Alltag: Der 1,8-Liter-Tank reicht bei 120 ml je Tasse für rund 15 Bezüge, die 300 Gramm Bohnen bei etwa 9 Gramm je Bezug für gut 33 Tassen. In einem Zwei-Personen-Haushalt mit je zwei Tassen täglich wird der Bohnenbehälter also gut alle acht Tage nachgefüllt, der Tank alle drei bis vier Tage. Der Kaffeesatzbehälter fasst 14 Portionen. Wie viel Kaffeemehl je Tasse sinnvoll ist, steht unter wie viel Kaffee pro Tasse.
Beim Platz wird es ernst. 38,5 cm hoch, 26 cm breit, 45 cm tief, 11,2 kg schwer. Die Breite ist unauffällig, die Tiefe ist es nicht: Eine Standard-Arbeitsplatte misst 60 cm, das Gerät belegt davon drei Viertel. Hinter der Maschine bleiben rund 15 cm, und der Wassertank braucht davon etwas zum Herausziehen. Wer eine schmale Küchenzeile hat, sollte vor dem Kauf messen und sich die Magnifica Evo mit ihren 24 cm Breite ansehen.
Pflege: was das Gerät selbst macht und was bleibt
Bei der Reinigung nimmt die Eletta Explore viel ab. Sie spült beim Ein- und Ausschalten automatisch, reinigt die Milchwege nach dem Bezug selbsttätig und meldet sich für das Entkalken. Coolblue gibt für das Schwestermodell rund 35 Minuten Entkalkungsdauer an.
In die Spülmaschine dürfen beide Milchkaraffen, die Abtropfschale, der Aufnahmerost, der Kaffeesatzbehälter, der Deckel des Bohnenbehälters und der Wassertank. Von Hand bleibt die Brühgruppe, die hinter der Serviceklappe entnommen und ausgespült wird. Der Ablauf steht unter Brühgruppe reinigen, die Abwägung der Bauarten unter herausnehmbare oder feste Brühgruppe.
Die Wasserhärte ist programmierbar, ein Wasserfilter lässt sich einsetzen. Diese Einstellung beim Einrichten ist wichtiger, als sie wirkt: Das Gerät berechnet daraus, wann entkalkt werden muss. Wie sich die Härte des Leitungswassers bestimmen lässt, steht unter Wasserhärte für Kaffee, die Routine unter Kaffeevollautomat reinigen und entkalken.
Testurteile und die Frage nach der Rezeptzahl
De’Longhi weist auf der Produktseite zwei Fremdurteile aus: Stiftung Warentest vergab in Ausgabe 11/2022 die Note GUT (1,7) und führt das Modell dort als Testsieger, der Computer-BILD-Test kam auf dieselbe Note. Dazu tragen das Gerät der Red Dot Design Award und der iF Design Award.
Eine Unstimmigkeit gehört zur Ehrlichkeit dazu: Bei der Zahl der Rezepte gehen die Angaben auseinander. De’Longhi nennt für die Baureihe über 50 heiße und kalte Getränke, OTTO führt genau diese ECAM450.55.S mit 40. Über die Coffee-Link-App kommen laut Hersteller mehr als 100 dazu. Für die Kaufentscheidung zählt die Bandbreite mehr als die Zahl, und die ist in jedem Fall groß: Espresso, Kaffee, Kaffeekanne, sämtliche klassischen Milchgetränke, deren kalte Varianten und Cold Brew. Der Unterschied zwischen den Grundtypen steht unter Espresso und Americano im Vergleich.
Wo der Preis herkommt
Die Eletta Explore kostet spürbar mehr als die Magnifica-Geräte derselben Marke. Aufgeschlüsselt zahlt man für vier Dinge: die zweite Milchkaraffe samt Kaltschaum-Technik, die Kaltextraktion, das zweite Heizsystem und das große Touchdisplay mit vier Profilen.
Wer diese vier Punkte nicht braucht, zahlt für Technik, die stehen bleibt. Ein Haushalt, der ganzjährig Cappuccino und Espresso trinkt, bekommt genau das bei der Dinamica Plus für deutlich weniger, mit LatteCrema Hot und demselben 3,5-Zoll-Display. Der Aufpreis zur Eletta Explore kauft im Wesentlichen den kalten Zweig der Getränkekarte.
Bei OTTO und Alternate liegt das Gerät aktuell bei 649,00 €. Beide stehen oben als eigene Schaltfläche, dazu Amazon.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Milchsystem | Kalte Zubereitung | Display | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| De’Longhi Eletta Explore ECAM450.55.S (dieses Modell) | LatteCrema Hot und Cool, zwei Karaffen | Cold Brew, kalter Milchschaum | 3,5” TFT-Touch | ab 679 € |
| De’Longhi Dinamica Plus ECAM380.95.TB | LatteCrema Hot, eine Karaffe | Over Ice | 3,5” TFT-Touch | um 600 € |
| De’Longhi Magnifica Evo Next ECAM310.60.B | LatteCrema Hot, eine Karaffe | keine | 2,4” TFT | um 479 € |
| Siemens EQ700 TP725ET7 | autoMilk Clean, Schlauchsystem | keine | Touchdisplay | ab 899 € |
Die Tabelle zeigt, wofür der Aufpreis anfällt. Nach unten trennt die Eletta Explore vor allem der kalte Zweig: Die Dinamica Plus bringt dasselbe Display und dieselbe Hot-Karaffe mit, kalt kann sie nur „Over Ice”, also heiß gebrüht auf Eis. Die Magnifica Evo Next spart zusätzlich Displaygröße und Profilanzahl. Quer dazu liegt die Siemens EQ700 mit ihrem Schlauchsystem, das sich vollautomatisch reinigt, dafür ohne kalte Zubereitung arbeitet.
Für wen sich die Maschine lohnt
Die Eletta Explore passt in Haushalte, in denen Milchgetränke die Regel sind und im Sommer kalte Varianten dazukommen. Wer regelmäßig Iced Latte, Cold Brew oder Iced Cappuccino trinkt, bekommt hier eine Lösung, die sonst zwei Geräte oder eine Nacht Vorlauf braucht. Auch für Haushalte mit vier Kaffeetrinkern passt sie: vier Profile, 300 Gramm Bohnenvorrat, große Karaffen.
Weniger passend ist sie in zwei Fällen. Wer ganzjährig schwarzen Kaffee trinkt, zahlt für zwei Drittel der verbauten Technik ohne Gegenwert. Und wer eine schmale Küchenzeile hat, sollte die 45 cm Tiefe ernst nehmen, bevor er bestellt.
Fazit
Die ECAM450.55.S ist der Vollautomat für Leute, die ihren Kaffee im Sommer anders trinken als im Winter. Zwei Milchkaraffen, echte Kaltextraktion, ein zweites Heizsystem und eine To-Go-Funktion für 16-cm-Becher ergeben ein Gerät, das die kalte Hälfte der Getränkekarte genauso ernst nimmt wie die heiße. Stiftung Warentest vergab in Ausgabe 11/2022 die Note GUT (1,7).
Die Vorbehalte sind klar umrissen: 45 cm Tiefe, 11,2 kg, zwei Karaffen zum Spülen und eine Rezeptzahl, die Hersteller und Händler unterschiedlich angeben. Wer Milchgetränke heiß wie kalt zubereitet, bekommt ab
649,00 €ein Gerät, das dafür gebaut ist. Wer bei heißem Cappuccino bleibt, spart mit der Dinamica Plus rund 80 Euro bei gleichem Bedienkomfort.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei komplette Milchsysteme in einem Gerät: heißer und kalter Schaum entstehen jeweils mit einer eigenen Karaffe
- Cold Brew per Knopfdruck in unter fünf Minuten statt zwölf Stunden im Kühlschrank
- Doppeltes Heizsystem: Kaffee und Milch kommen unabhängig voneinander auf Temperatur, das spart die Umschaltpause zwischen Espresso und Cappuccino
- To-Go-Funktion mit 16 cm Durchfahrtshöhe: Der Thermobecher passt ohne Umbau unter den Auslauf
- Herausnehmbare Brühgruppe, dazu Milchkaraffen und Abtropfschale spülmaschinenfest
- Stiftung Warentest bewertete das Modell in Ausgabe 11/2022 mit GUT (1,7)
- 13 Mahlgradstufen und 4 Benutzerprofile: In einem Mehrpersonenhaushalt hat jeder seine Einstellung
Das spricht dagegen
- Mit 26 cm Breite und 45 cm Tiefe gehört die Eletta Explore zu den ausladenden Geräten, unter einem Hängeschrank braucht sie viel Platz
- Zwei Karaffen bedeuten zwei Teile, die gespült und verstaut werden wollen
- Die Rezeptzahl wird uneinheitlich angegeben: De'Longhi nennt über 50, OTTO führt das Modell mit 40
- Das Volumen der Milchkaraffen weist der Hersteller für dieses Modell nicht aus
- 11,2 kg Gewicht: Zum Reinigen hinter dem Gerät wird das Verschieben zur Übung
- Der Preis liegt spürbar über dem der Magnifica-Baureihe, für reinen Schwarzkaffee ist das Gerät überdimensioniert
Häufige Fragen
Was kann die De'Longhi Eletta Explore, was andere Vollautomaten nicht können?
Zwei Dinge. Erstens schäumt sie Milch kalt auf: Die LatteCrema-Cool-Karaffe erzeugt Schaum ohne Dampf, was einen Iced Cappuccino ohne schmelzendes Eis möglich macht. Zweitens brüht sie über die Cold Extraction Technology einen echten Cold Brew, laut De'Longhi in unter fünf Minuten statt der zwölf Stunden, die die Kühlschrankmethode braucht. Beides zusammen findet sich in dieser Form bei kaum einem anderen Vollautomaten.
Wie funktioniert die Cold-Brew-Funktion der Eletta Explore?
Das Wasser umgeht die Heizeinheit und erreicht die Brühkammer mit Umgebungstemperatur. Die Pumpe arbeitet dabei pulsierend und mit niedrigem Druck, der Kaffee tropft also langsam durch das Mehl, ähnlich einer Filterzubereitung. Weil die Extraktion kalt läuft, lösen sich weniger Bitterstoffe und Säuren, das Ergebnis schmeckt milder und süßer als abgekühlter Espresso.
Wie viele Getränke hat die ECAM450.55.S?
Hier gehen die Angaben auseinander. De'Longhi nennt für die Baureihe über 50 heiße und kalte Rezepte, OTTO führt genau dieses Modell mit 40. Über die Coffee-Link-App kommen laut Hersteller mehr als 100 Rezepte dazu. Praktisch relevant ist die Zahl weniger als die Bandbreite: Espresso, Kaffee, Kaffeekanne, alle klassischen Milchgetränke, ihre kalten Varianten und Cold Brew sind an Bord.
Was bedeutet das doppelte Heizsystem bei der Eletta Explore?
Das Gerät hat zwei Thermoblöcke: einen für den Kaffee, einen für die Milch. Bei Maschinen mit nur einem Heizkreis muss das System zwischen Brühtemperatur und Dampftemperatur umschalten, was je nach Gerät einige Sekunden kostet. Mit zwei Kreisen läuft beides parallel, ein Cappuccino ist damit schneller fertig und die Kaffeetemperatur bleibt vom Milchbetrieb unberührt.
Lässt sich die Brühgruppe der Eletta Explore herausnehmen?
Ja. Sie sitzt hinter der Serviceklappe, wird entriegelt, herausgezogen und unter fließendem warmem Wasser gespült. Das ist bei De'Longhi durchgängig so gelöst und ein handfester Pflegevorteil gegenüber Geräten mit fest verbauter Einheit: Im Brühweg setzen sich Kaffeeöle ab, die ein Automatikprogramm nur teilweise erreicht.
Wie groß sind die Milchkaraffen der Eletta Explore?
De'Longhi weist für die ECAM450.55.S kein Volumen aus. Coolblue gibt für die Schwestermodelle derselben Baureihe 0,5 Liter für die Hot-Karaffe und 0,4 Liter für die Cool-Karaffe an. Gerechnet mit rund 100 ml Milch je Cappuccino reicht eine Füllung damit für etwa fünf Getränke, deutlich mehr als bei den 0,22 Litern der Magnifica Evo.
Passt ein Thermobecher unter die Eletta Explore?
Ja, dafür ist die To-Go-Funktion gebaut. Die maximale Tassenhöhe liegt bei 17 cm, die To-Go-Funktion arbeitet mit Bechern bis 16 cm. Die Abstellfläche ist höhenverstellbar, ein Umbau des Auslaufs entfällt also. Bei Geräten mit 14 cm Durchfahrtshöhe, wie sie in der Klasse darunter üblich sind, passt ein normaler Thermobecher nicht darunter.
Wie viel Platz braucht die Eletta Explore?
Das Gerät misst 38,5 cm in der Höhe, 26 cm in der Breite und 45 cm in der Tiefe bei 11,2 kg. Die Tiefe ist der kritische Wert: Standard-Arbeitsplatten sind 60 cm tief, hinter dem Gerät bleiben also rund 15 cm, und der Wassertank braucht davon etwas zum Herausziehen. Vor dem Kauf lohnt ein Zollstock auf der Arbeitsplatte.
Für wen lohnt sich die Eletta Explore?
Für Haushalte, in denen Milchgetränke die Regel sind und im Sommer kalte Varianten dazukommen. Die zweite Karaffe und die Kaltextraktion rechtfertigen den Aufpreis gegenüber der Magnifica-Baureihe nur dann, wenn beides wirklich genutzt wird. Wer ganzjährig schwarzen Kaffee trinkt, bekommt die gleiche Kaffeequalität für deutlich weniger Geld.
Was hat Stiftung Warentest zur Eletta Explore gesagt?
De'Longhi weist auf der Produktseite die Note GUT (1,7) aus Ausgabe 11/2022 aus und nennt das Modell dort Testsieger. Der Computer-BILD-Test kam auf dieselbe Note. Dazu tragen das Gerät der Red Dot Design Award und der iF Design Award. Fremde Testurteile sind ein starkes Signal, ersetzen aber den Blick auf die eigenen Anforderungen nicht.