Technische Daten
| Modell | EQ700 iAroma TP725ET7, Inox silver metallic |
|---|---|
| Geräteart | Kaffeevollautomat mit integriertem Mahlwerk |
| Getränke | bis zu 41 (inklusive Milch, Milchschaum und Heißwasser), im Gerät und in der Siemens Home Appliances App |
| Milchgetränke auf einen Tastendruck | 20, darunter Latte macchiato, Cappuccino, Flat White, Café cortado, Wiener Melange, Latte macchiato XL, Cold Brew macchiato |
| Kalte Spezialitäten | Cold Brew, Slow Brew, Cold Brew macchiato |
| Mahlwerk | ceramDrive, Keramik |
| Mahlgrad-Einstellung | mehrstufig über Drehregler |
| Brüheinheit | entnehmbar |
| Pumpendruck | 19 bar |
| Aromafunktionen | aromaSelect (3 Profile: mild, ausgewogen, markant), aromaDouble Shot, intelligente Aromaanpassung, Vorwärmfunktion |
| Milchsystem | flexibler Cappuccinatore, Milch wird über Steigrohr und Schlauch aus einem beliebigen Behälter gezogen |
| Anzeige | iSelect Display, 5 Zoll TFT-Farbdisplay mit Touch- und Slide-Funktion |
| Favoriten | bis zu 20 personalisierte Getränke |
| Wassertank | 2,4 Liter, entnehmbar |
| Wasserfilter | BRITA INTENZA, Patrone im Lieferumfang |
| Bohnenbehälter | 320 g mit Aromaschutzdeckel |
| Maximale Getränkegröße | 480 ml (XL-Getränke) |
| Kaffeeauslauf | höhenverstellbar für Gläser bis 16,5 cm, beleuchtet |
| Weitere Bezugsfunktionen | Kaffeekannenfunktion, oneTouch DoubleCup, höhenverstellbare Tropfschale |
| Tassenerwärmung | nicht vorhanden (laut Siemens-Produktmerkmalen "nicht zutreffend") |
| Reinigung | autoMilk Clean (Dampfreinigung nach jedem Milchgetränk), calc’nClean, Tropfschale und Kaffeesatzbehälter spülmaschinengeeignet |
| Vernetzung | Home Connect: Fernzugriff, coffeePlaylist, Software-Updates, Coffeetainment |
| Kindersicherung | ja |
| Anschlusswert | 1500 W, 220–240 V, 50 Hz |
| Länge Anschlusskabel | 100 cm |
| Maße (H × B × T) | 38 × 30,9 × 46,7 cm |
| Gewicht | 10,2 kg |
| Lieferumfang | BRITA-INTENZA-Filterpatrone, Filter-Einsetzhilfe, Teststreifen zur Wasserhärtebestimmung, Verbindungsschlauch zur Milchdüse, Milchsteigrohr, Thermo-Kaffeebecher, Welcome-Box |
| Auszeichnung | ETM Testmagazin 06/2026, Einzeltest Kaffeevollautomat: "sehr gut" (96,5 %) |
| EAN | 4242003982006 |
Einordnung
Die EQ700 iAroma ist Siemens’ Antwort auf eine Frage, die sich bei Vollautomaten ab etwa 800 Euro stellt: Wie viel Bedienoberfläche braucht ein Gerät, das ohnehin alles automatisch macht? Die TP725ET7 beantwortet sie mit einem 5-Zoll-Touchdisplay an der Front, 41 Spezialitäten und einer Getränkeauswahl, die von Ristretto bis Cold Brew macchiato reicht.
Grundlage dieser Einordnung sind das Siemens-Datenblatt zur TP725ET7, die Produktmerkmale aus dem Herstellershop, die Händlerlistung mit Preis und Verfügbarkeit sowie der Einzeltest des ETM Testmagazins aus Ausgabe 06/2026. Wo Siemens einen Wert offen lässt, steht das unten ausdrücklich im Text.
Analyse
Das Display ist das eigentliche Produkt
Vollautomaten dieser Klasse trennen sich vor allem an einer Frage: Wie kommt der Nutzer an seine Getränke? Siemens nennt die Lösung iSelect Display: 5 Zoll Full-Touch mit Slide-Funktion, montiert in der Gerätefront statt oben auf dem Gehäuse.
Der Einbauort hat einen praktischen Grund. Ein Display auf der Oberseite verschwindet unter Hängeschränken und zwingt zum Beugen über die Maschine, eine Frontmontage bleibt aus jedem Winkel lesbar. Dazu kommt coffeeWorld, eine Oberfläche, durch die sich internationale Spezialitäten wischen lassen. Bis zu 20 fertige Getränke speichert das Gerät als Favoriten, was in einem Haushalt mit mehreren Personen der Punkt ist, an dem sich Touchbedienung auszahlt.
ceramDrive: was das Keramikmahlwerk leistet
Siemens verbaut ein Kegelmahlwerk aus Keramik und bezeichnet es als ceramDrive. Keramik ist härter als Stahl und verschleißt langsamer, vor allem bringt sie einen zweiten Vorteil mit: Sie leitet Wärme schlechter. Das Mahlgut erwärmt sich weniger, und weniger Wärme im Mahlgang bedeutet weniger flüchtige Aromen, die schon vor dem Brühen entweichen.
Der Mahlgrad wird über einen Drehregler eingestellt, den Siemens als mehrstufig beschreibt, ohne eine Stufenzahl zu nennen. Verstellt wird grundsätzlich nur bei laufendem Mahlwerk, das gilt für Kegelmahlwerke allgemein. Welche Bauart im Alltag welche Vorteile hat, steht in unserem Vergleich von Edelstahl- und Keramikmahlwerken.
Cold Brew im Vollautomaten
Der auffälligste Eintrag im Datenblatt sind die kalten Spezialitäten: Cold Brew, Slow Brew und Cold Brew macchiato. Das ist bemerkenswert, weil kalte Extraktion die Zeit braucht, die ein Vollautomat normalerweise gerade nicht hat.
Klassischer Cold Brew zieht acht bis zwölf Stunden in kaltem Wasser. Die EQ700 löst das über eine verlängerte, langsam getaktete Extraktion mit kaltem Wasser, deutlich schneller als die Kanne im Kühlschrank und mit einem Ergebnis, das dem Original näher kommt als heiß gebrühter und danach abgekühlter Kaffee. Der Unterschied liegt in den Bitterstoffen, die sich erst bei höheren Temperaturen lösen. Wer den Vergleich selbst ziehen möchte, findet das Vorgehen in unserer Anleitung für Cold Brew.
Das Milchsystem: flexibel und offen zugleich
Siemens beschreibt das Milchsystem als flexiblen Cappuccinatore. Die Maschine zieht die Milch über ein Steigrohr und einen Verbindungsschlauch aus einem beliebigen Gefäß, beide liegen bei. Der Vorteil ist Unabhängigkeit von einem Spezialbehälter: Ein Milchglas, die Tetrapak-Packung oder ein isolierter Behälter funktionieren gleichermaßen.
Der Alltag hat dafür einen Preis. Während des Bezugs steht ein offenes Gefäß neben der Maschine, und nach dem letzten Cappuccino muss die Milch zurück in den Kühlschrank. Wer das vergisst, hat am nächsten Morgen ein Problem, das sich nicht mehr lösen lässt. Geräte mit integriertem, gekühltem Milchbehälter nehmen einem diesen Schritt ab, hier bleibt er beim Nutzer.
Auf der Habenseite steht autoMilk Clean: Nach jedem Milchgetränk spült das Gerät das Milchsystem selbstständig mit Dampf durch. Genau dort entsteht sonst der Belag, der den Schaum von Woche zu Woche schlechter werden lässt. Die vollständige Ursachenliste dazu steht unter Kaffeevollautomat macht keinen Milchschaum.
Entnehmbare Brüheinheit: der Punkt für die Langstrecke
Die Brüheinheit sitzt hinter der Servicetür an der rechten Geräteseite und lässt sich herausziehen. Das klingt nach einem Detail und ist bei einem Gerät, das zehn Jahre laufen soll, eine der wichtigeren Entscheidungen.
Im Brühweg setzen sich Kaffeeöle ab, die mit der Zeit ranzig werden. Ein Automatikprogramm mit Reinigungstablette erreicht sie zum großen Teil, ein wöchentliches Ausspülen unter fließendem Wasser erreicht sie vollständig. Dazu kommt der Servicefall: Eine entnehmbare Einheit lässt sich prüfen und im Zweifel tauschen. Was für die beiden Bauarten spricht, steht ausführlich unter herausnehmbare oder feste Brühgruppe, die Routine dazu unter Brühgruppe reinigen.
aromaSelect, aromaDouble Shot und die Aromaanpassung
Drei Funktionen greifen bei der EQ700 ins Ergebnis in der Tasse ein, und sie lohnen eine Unterscheidung. aromaSelect legt mit mild, ausgewogen und markant drei Profile über die Getränke, die sich am Aromacharakter orientieren. aromaDouble Shot zielt auf ein konkretes Problem: Große Getränke laufen lange durch dasselbe Kaffeemehl, und in der Schlussphase lösen sich vor allem Bitterstoffe. Die Maschine brüht dafür zweimal mit frisch gemahlenem Kaffee.
Die intelligente Aromaanpassung schließlich passt die Kaffeemenge automatisch an Stärke und Getränkegröße an. Der Effekt ist derselbe wie bei einer variablen Brühkammer: Ein 480-ml-Getränk bekommt mehr Kaffeemehl als ein Espresso, statt einfach mehr Wasser durch dieselbe Menge zu schicken. Welche Mengen je Tasse überhaupt sinnvoll sind, steht unter wie viel Kaffee pro Tasse. Schmeckt der Kaffee trotz passender Einstellung bitter, hilft die Ursachenliste unter Kaffee schmeckt bitter aus der Maschine.
Vorratsgrößen: 2,4 Liter und 320 Gramm
Zwei Werte fallen im Datenblatt positiv auf. Der Wassertank fasst 2,4 Liter, der Bohnenbehälter 320 Gramm. Beides liegt über dem, was Geräte dieser Preisklasse üblicherweise mitbringen, und beides zahlt direkt auf den Alltag ein.
Gerechnet heißt das: Bei rund 9 Gramm Kaffee je Bezug reichen die 320 Gramm für etwa 35 Tassen, der Tank bei 120 ml pro Tasse für rund 20 Bezüge. In einem Zwei-Personen-Haushalt mit je zwei Tassen am Tag wird der Bohnenbehälter damit gut alle acht Tage nachgefüllt und der Tank etwa alle fünf Tage. Für Milchgetränke fällt der Tankwert niedriger aus, weil der Dampf zusätzlich Wasser zieht. Beim Bohnenvorrat gilt trotzdem: Nachfüllen sollte man nur so viel, wie in ein bis zwei Wochen verbraucht wird, sonst arbeitet der Aromaschutzdeckel gegen abgestandene Bohnen. Wie Bohnen richtig gelagert werden, steht unter Kaffee im Kühlschrank lagern.
Wasserfilter und Entkalken
Eine BRITA-INTENZA-Patrone liegt bei, dazu Teststreifen zur Bestimmung der Wasserhärte und eine Einsetzhilfe. Das Entkalken läuft über calc’nClean, ein kombiniertes Reinigungs- und Entkalkungsprogramm, das sich laut Siemens auch in Einzelschritten ausführen lässt.
Wie viel der Filter bringt, hängt vollständig am Wohnort. Unter etwa 8 °dH verschiebt er wenig, über 14 °dH schiebt er das Entkalken deutlich nach hinten. Die Teststreifen im Lieferumfang beantworten die Frage in zwei Minuten. Wie sich der Wert einordnen lässt, steht unter Wasserhärte für Kaffee, der Ablauf beim Wechsel unter Wasserfilter am Kaffeevollautomaten wechseln.
Was Siemens der EQ900-Reihe vorbehält
Drei Dinge fehlen der EQ700 im Vergleich zur größeren Serie, und alle drei sind ehrlich zu benennen. Es gibt keine beheizte Tassenablage, Siemens führt die Tassenerwärmung in den Produktmerkmalen als “nicht zutreffend”. Der Mahlgrad läuft über einen mechanischen Drehregler, die elektronische Regelung je Getränk bleibt dem eGrinder der EQ900 vorbehalten. Und der baristaMode mit direktem Zugriff auf die Brühparameter fehlt ebenfalls.
Praktisch wiegen diese Punkte unterschiedlich schwer. Die Tassenvorwärmung ersetzt ein kurzer Heißwasserbezug in die Tasse. Der feste Mahlgrad wird zum Thema, sobald Espresso und langer Kaffee mit derselben Bohne aus einer Einstellung kommen sollen. Die Vorwärmfunktion des Brühsystems selbst hat die EQ700 dagegen, sie sorgt laut Datenblatt für die Kaffeetemperatur ab der ersten Tasse.
Maße, Aufstellort und Stromverbrauch
Mit 38 cm Höhe, 30,9 cm Breite und 46,7 cm Tiefe gehört die TP725ET7 zu den größeren Vollautomaten, dazu kommen 10,2 kg. Die kritische Zahl ist die Tiefe: Auf einer Standard-Arbeitsplatte von 60 cm bleiben dahinter gut 13 cm für Steckdose und Kabel, und das Kabel misst 100 cm. Der Bohnenbehälter wird von oben befüllt, weshalb der Griff nach oben am geplanten Aufstellort einmal durchgespielt gehört.
Beim Verbrauch bleibt eine Lücke: Siemens weist für dieses Gerät keinen Jahresstromverbrauch aus, angegeben ist ausschließlich der Anschlusswert von 1500 W. Eine belastbare Jahresrechnung lässt sich daraus nicht ableiten, weil die Leistung nur beim Aufheizen anliegt. Erfahrungsgemäß bewegen sich Vollautomaten dieser Größe im Bereich weniger Euro pro Monat, was die Energiefrage bei der Kaufentscheidung nach hinten rückt.
Der Preis und was das ETM Testmagazin sagt
Siemens führt die TP725ET7 im eigenen Shop mit 1.399 Euro. Im Handel liegt sie aktuell bei 949,00 €, also rund 450 Euro darunter. Diese Spanne ist bei Siemens-Vollautomaten üblich und der Grund, warum die unverbindliche Preisempfehlung für die Kaufentscheidung wenig hergibt.
Für die Einordnung hilfreicher ist eine unabhängige Messung: Das ETM Testmagazin vergab in Ausgabe 06/2026 im Einzeltest Kaffeevollautomat die Note “sehr gut” mit 96,5 Prozent. Fremde Messwerte ersetzen keine Kaufentscheidung, sie stützen aber das Bild, das die Datenlage zeichnet.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Getränke | Milchsystem | Brüheinheit | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Siemens EQ700 TP725ET7 (dieses Modell) | bis 41 | flexibler Cappuccinatore, Schlauch aus beliebigem Gefäß | entnehmbar | um 949 € |
| Siemens EQ900 TQ903D43 | bis 33 | integrierter Milchbehälter 0,7 l | entnehmbar | um 1.349 € |
| JURA E8 (ED) | 27 | Feinschaumdüse, Schlauch aus beliebigem Gefäß | fest verbaut | um 999 € |
| Siemens EQ300 TF301E19 | 5 | milkPerfect, Aufschäumen in der Tasse | entnehmbar | um 340 € |
Die Tabelle zeigt eine Besonderheit dieser Preisklasse: Die EQ700 bietet den größten Getränkeumfang im Feld und kostet dabei 400 Euro weniger als die EQ900 desselben Herstellers. Der Aufpreis zur größeren Serie kauft Bedienung und Milchkomfort, keinen breiteren Getränkekatalog. Gegenüber der JURA E8 liegt der Unterschied in der Bauart: JURA setzt auf eine fest verbaute Brüheinheit mit Puls-Extraktion, Siemens auf eine entnehmbare Einheit und mehr Getränke.
Für wen sich die Maschine lohnt
Die EQ700 passt zu Haushalten mit mehreren Kaffeetrinkern und unterschiedlichem Geschmack. Die 20 Favoritenplätze, die Touchbedienung an der Front und die 41 Spezialitäten zielen genau darauf. Wer regelmäßig kalte Getränke trinkt, bekommt mit Cold Brew und Slow Brew zwei Funktionen, die in dieser Preisklasse selten sind.
Weniger passend ist sie für zwei Gruppen. Wer Wert auf einen festen, gekühlten Milchbehälter legt, findet ihn erst in der EQ900-Reihe oder bei Herstellern, die ihn serienmäßig verbauen. Und wer Espresso und langen Kaffee mit unterschiedlichem Mahlgrad aus derselben Maschine ziehen möchte, stößt am mechanischen Drehregler an eine Grenze.
Fazit
Die TP725ET7 ist die derzeit schlüssigste Kombination aus Getränkeumfang, Bedienung und Pflegeaufwand im Siemens-Programm. Sie bringt mit 41 Spezialitäten mehr auf den Bildschirm als die teurere EQ900, hält die Brüheinheit zugänglich und übernimmt mit autoMilk Clean den Teil der Pflege, den Nutzer im Alltag am häufigsten liegen lassen. Die 96,5 Prozent aus dem ETM-Einzeltest 06/2026 passen zu diesem Bild.
Ihre Schwächen liegen im Milchhandling und in der fehlenden Mahlgradregelung je Getränk. Beides sind Komfortthemen, die den Kaffee in der Tasse nicht schlechter machen, im Alltag aber täglich auffallen. Wer damit leben kann, bekommt für rund 949 Euro ein Gerät, das im Handel deutlich unter seiner Preisempfehlung liegt. Wer den gekühlten Milchbehälter und den Zugriff auf die Brühparameter braucht, schaut auf die EQ900 TQ903D43; wer vor allem Milchgetränke bei kleinem Budget möchte, fährt mit der Philips 5500 Series deutlich günstiger.
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Entnehmbare Brüheinheit: Der Brühweg lässt sich wöchentlich unter fließendem Wasser ausspülen, ohne auf ein Automatikprogramm angewiesen zu sein
- Cold Brew und Slow Brew im Gerät: Kalte Extraktion braucht sonst eine eigene Kanne und mehrere Stunden Wartezeit
- Mit 2,4 Litern Wassertank und 320 g Bohnenbehälter die größten Vorratsbehälter im Vergleichsfeld dieser Preisklasse
- autoMilk Clean spült das Milchsystem nach jedem Milchgetränk automatisch mit Dampf, was der häufigsten Ursache für nachlassenden Milchschaum vorbeugt
- Getränke bis 480 ml und ein Auslauf, der bis 16,5 cm hochfährt: To-Go-Becher und hohe Latte-macchiato-Gläser passen darunter
- Das ETM Testmagazin vergab im Einzeltest 06/2026 die Note "sehr gut" mit 96,5 Prozent
- Straßenpreis von rund 949 Euro gegenüber 1.399 Euro unverbindlicher Preisempfehlung im Siemens-Shop
Das spricht dagegen
- Kein integrierter Milchbehälter: Die Maschine zieht die Milch über ein Steigrohr aus einem beliebigen Gefäß, das offen daneben steht und nach dem Bezug in den Kühlschrank zurück muss
- Keine beheizte Tassenablage. Siemens führt die Tassenerwärmung in den Produktmerkmalen als "nicht zutreffend", die teurere EQ900 hat sie
- Der Mahlgrad läuft über einen mechanischen Drehregler und gilt für alle Getränke gleichermaßen; die elektronische Regelung je Getränk (eGrinder) bleibt der EQ900-Reihe vorbehalten
- Die Zahl von 41 Getränken gilt laut Datenblatt "im Gerät und in der Siemens Home Appliances App": Ein Teil der Rezepte kommt erst über die App aufs Display
- Mit 46,7 cm Tiefe raumgreifend, dazu 10,2 kg Gewicht
- Siemens weist für das Gerät keinen Jahresstromverbrauch aus, angegeben ist nur der Anschlusswert von 1500 W
Häufige Fragen
Wie öffnet man den Siemens EQ700 zum Reinigen?
Der Zugang läuft über die Servicetür an der rechten Geräteseite. Dahinter sitzt die entnehmbare Brüheinheit, die sich nach dem Entriegeln herausziehen und unter fließendem warmem Wasser ausspülen lässt. Wassertank, Tropfschale und Kaffeesatzbehälter werden von vorn entnommen, Tropfschale und Satzbehälter dürfen laut Siemens in die Spülmaschine. Das Gehäuse selbst wird für die normale Pflege nie geöffnet, alles Weitere gehört in den Kundendienst.
Was steckt hinter den 41 Getränken der EQ700?
Siemens zählt in den 41 Spezialitäten auch Milch, Milchschaum und heißes Wasser mit, und das Datenblatt nennt die Zahl ausdrücklich für den Umfang "im Gerät und in der Siemens Home Appliances App". Direkt am Display stehen 20 Milchgetränke auf einen Tastendruck bereit, darunter Latte macchiato, Cappuccino, Flat White, Café cortado, Wiener Melange und Cold Brew macchiato. Weitere Rezepte kommen über coffeeWorld und die App dazu.
Kann der EQ700 wirklich Cold Brew?
Ja. Das Datenblatt führt Cold Brew, Slow Brew und Cold Brew macchiato als eigene Spezialitäten. Die Maschine extrahiert dafür mit kaltem Wasser und verlängerter Kontaktzeit, statt heiß zu brühen und anschließend abzukühlen. Der Vorgang dauert länger als ein Espresso und liefert ein Ergebnis, das dem klassischen Cold Brew aus der Kanne näher kommt als ein kalt gestellter Filterkaffee. Wie sich Cold Brew ohne Maschine ansetzen lässt, steht in unserer Cold-Brew-Anleitung.
Warum quietscht ein Kaffeevollautomat wie der EQ700?
Ein Quietschen kommt meistens aus der Brüheinheit, deren Dichtungen und Führungen mit der Zeit trocken laufen. Siemens bietet für Kaffeevollautomaten ein Pflegeset an (TZ80004A), das ein Schmiermittel für genau diese Stellen enthält. Vor dem Fetten wird die Brüheinheit entnommen, ausgespült und vollständig getrocknet. Bleibt das Geräusch danach bestehen oder kommt es aus dem Mahlwerk, gehört das Gerät in den Kundendienst.
Was tun, wenn der EQ700 kein Wasser zieht?
Die häufigsten Ursachen sind ein nicht richtig eingesetzter Wassertank, Luft im System nach einem Filterwechsel und ein verkalktes Ventil. Der Reihe nach hilft: Tank herausnehmen, füllen, fest einsetzen, danach Heißwasser beziehen, damit sich das System entlüftet. Wurde gerade eine BRITA-INTENZA-Patrone gewechselt, muss der Filter vor dem ersten Bezug gespült werden. Bleibt das Problem, steht die vollständige Ursachenliste in unserem Ratgeber zum Kaffeevollautomaten, der kein Wasser zieht.
Wie viele Tassen schafft eine Tank- und Bohnenfüllung?
Der Wassertank fasst 2,4 Liter. Bei einer Tasse Kaffee von etwa 120 ml sind das rechnerisch rund 20 Bezüge, bei Espresso mit 40 ml entsprechend mehr. In der Praxis liegt der Wert darunter, weil die Maschine beim Ein- und Ausschalten spült und Milchgetränke zusätzlich Wasser für den Dampf brauchen. Der Bohnenbehälter mit 320 g reicht bei rund 9 Gramm je Bezug für etwa 35 Tassen.
Braucht der EQ700 zwingend Home Connect?
Für den normalen Betrieb nicht. Alle Grundgetränke laufen über das 5-Zoll-Display am Gerät. Home Connect schaltet den Fernzugriff frei, dazu die coffeePlaylist für mehrere Getränke hintereinander, Software-Updates und zusätzliche Rezepte. Siemens weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Teil der gezeigten Funktionen einen Home-Connect-Account und eine Internetverbindung voraussetzt. Wer die App auslässt, verliert damit einen Teil des beworbenen Getränkeumfangs.
Wo liegt der Unterschied zwischen EQ700 und EQ900?
Die EQ900-Reihe bringt ein größeres 6,8-Zoll-Display, den elektronisch geregelten Mahlgrad je Getränk (eGrinder), den baristaMode mit Zugriff auf die Brühparameter, eine schaltbare Tassenvorwärmung und einen integrierten Milchbehälter mit. Die EQ700 setzt dagegen auf einen flexiblen Cappuccinatore und einen mechanischen Mahlgradregler. Beim Getränkeumfang liegt die TP725ET7 mit 41 Spezialitäten sogar vor der TQ903D43 mit 33.
Wie schlägt sich die EQ700 gegen JURA S8 und Saeco Xelsis?
Alle drei zielen auf dieselbe Preisklasse, unterscheiden sich aber in der Bauart. JURA verbaut die Brüheinheit fest im Gerät und arbeitet mit dem Puls-Extraktionsprozess, Siemens und Saeco setzen auf eine entnehmbare Einheit. Beim Milchsystem arbeiten JURA S8 und EQ700 mit einem Schlauch aus einem beliebigen Gefäß, die Xelsis-Reihe bringt einen Milchbehälter mit. Die Entscheidung hängt daran, ob der Brühweg selbst zugänglich sein soll und ob ein fester Milchbehälter gewünscht ist.
Ist der Thermo-Kaffeebecher wirklich im Lieferumfang?
Ja, bei dieser Ausführung. Siemens listet den Thermo-Kaffeebecher im integrierten Zubehör der TP725ET7, zusammen mit der BRITA-INTENZA-Filterpatrone, der Filter-Einsetzhilfe, den Teststreifen zur Wasserhärtebestimmung, dem Verbindungsschlauch zur Milchdüse und dem Milchsteigrohr. Passend dazu fährt der Kaffeeauslauf auf bis zu 16,5 cm hoch und die Tropfschale lässt sich in der Höhe anpassen, damit To-Go-Becher darunter stehen.