Kaffeevollautomat · Melitta

Melitta Solo E950-222 (Kaffeevollautomat)

  • Mit 20,0 cm Breite einer der schmalsten Kaffeevollautomaten am Markt
  • Premium-Kegelstahlmahlwerk mit fünf Mahlgradstufen
  • Brühtemperatur in drei Stufen wählbar: 85, 90 oder 95 °C
  • Vorbrühfunktion (Pre-Infusion) feuchtet das Kaffeemehl vor dem Brühen an
  • Entnehmbare Brühgruppe und 0-Watt-Schalter

Preise: Stand 05.10.2026, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der vollbohne.de-Redaktion · Veröffentlicht am 25. August 2026

Melitta Solo E950-222

Preisentwicklung

OTTO
273 €277 €281 €285 €25.08.2607.09.2621.09.2605.10.26

Tiefstpreis im Zeitraum: 279,00 € (25.08.2026)

Technische Daten

Modell E950-222 Solo, pure black (Artikel-Nr. 6708702_DE)
Geräteart Kaffeevollautomat mit integriertem Mahlwerk, ohne Milchsystem
Getränke auf Knopfdruck Café Crème und Espresso über Direktbezugstasten
Mahlwerk Premium-Kegelstahlmahlwerk
Mahlgrad-Einstellung 5 Stufen
Kaffeestärke 3 Stufen
Brühtemperatur 85 °C, 90 °C oder 95 °C wählbar
Wassermenge je Tasse 30 bis 220 ml, stufenlos, auch während des Bezugs verstellbar
Vorbrühfunktion ja (Pre-Infusion)
Automatische Mahlmengenregulierung ja
Brühgruppe entnehmbar
Pumpendruck weist Melitta im Datenblatt nicht aus
Milchsystem keines; Melitta führt Milchsystem und Milchschaumsystem mit "Nein"
Heißwasserbezug nein
Doppeltassen-Funktion ja, zwei Tassen gleichzeitig
Anzeige LCD-Textdisplay, Bedienung über Tasten
Wassertank 1,2 Liter
Bohnenbehälter 125 g
Kaffeeauslauf höhenverstellbar
Wasserfilter kompatibel (Melitta Pro Aqua), mit Kontrollanzeige für den Filterwechsel
Wasserhärte einstellbar
Reinigung und Entkalkung automatisches Reinigungs- und Entkalkungssystem mit Erinnerungsanzeige
Abtropfblech Edelstahl
Tassenwärmer passiv
Energiesparfunktion Energiesparmodus, programmierbare Auto-Off-Funktion, 0-Watt-Schalter
App Melitta CompanionApp für Anleitungen und Servicefunktionen, keine Gerätesteuerung
Leistung max. 1.400 W, 220–240 V, 50/60 Hz
Maße (H × B × T) 33,4 × 20,0 × 45,9 cm
Gewicht 8 kg
Hersteller Melitta Europa GmbH & Co. KG, Ringstraße 99, 32427 Minden
EAN 4006508210169

Einordnung

Der Melitta Solo beantwortet eine Frage, die sonst kaum ein Vollautomat stellt: Was passiert, wenn man alles weglässt, was nichts mit schwarzem Kaffee zu tun hat? Übrig bleibt ein Gerät von 20,0 cm Breite, das Espresso und Café Crème auf Tastendruck liefert und dafür ein Kegelstahlmahlwerk, eine Vorbrühfunktion und drei wählbare Brühtemperaturen mitbringt.

Grundlage dieser Einordnung sind das offizielle Melitta-Datenblatt zur E950-222, die Produktbeschreibungen des Herstellers sowie die Händlerlistung mit Preis und Verfügbarkeit. Wo Melitta einen Wert offen lässt, steht das unten ausdrücklich im Text.

Analyse

Die 20 Zentimeter sind das Argument

Bei Vollautomaten entscheidet die Stellfläche häufiger über den Kauf als jede technische Angabe, weil eine Küchenzeile nun einmal endlich ist. Hier liegt der Solo weit vorn. Wir haben die Herstellerangaben aller Geräte aus unseren Rezensionen nach Breite sortiert:

ModellBreiteHöheTiefe
Melitta Solo E950-222 (dieses Modell)20,0 cm33,4 cm45,9 cm
De’Longhi Magnifica S23,8 cm34,0 cm43,0 cm
Philips 2300 EP2331/1024,6 cm37,1 cm43,3 cm
Siemens EQ300 TF301E1925,1 cm38,3 cm43,3 cm
Siemens EQ500 classic26,5 cm37,3 cm44,8 cm

Der Abstand zum nächstschmalsten Gerät beträgt 3,8 cm, zum breitesten 6,5 cm. In einer Küchenzeile, in der zwischen Wand und Wasserkocher genau 22 Zentimeter frei sind, ist das der Unterschied zwischen “passt” und “passt nicht”.

Die Kehrseite steht in derselben Zeile: Mit 45,9 cm ist der Solo das tiefste Gerät im Feld. Auf einer 60 cm tiefen Arbeitsplatte bleiben gut 14 cm für Steckdose und Kabel, was knapp wird, wenn die Steckdose direkt hinter dem Gerät sitzt. Mit 33,4 cm ist er dafür der niedrigste und passt auch unter tief hängende Schränke.

Was ohne Milchsystem wegfällt

Dieser Punkt gehört an den Anfang der Kaufüberlegung, weil er sich nicht nachrüsten lässt. Melitta führt im Datenblatt zwei Zeilen, die klar sind: “Milchsystem: Nein” und “Milchschaumsystem: Kein Milchschaumsystem”. Es gibt keine Dampfdüse, keinen Aufschäumer und keinen Anschluss für einen.

Damit fallen Cappuccino, Latte macchiato und Flat White als Maschinengetränke weg. Wer sie trotzdem trinken möchte, schäumt die Milch separat auf: mit einem elektrischen Milchaufschäumer für rund 30 Euro, im Milchkännchen mit einem Handquirl oder nach einer der Methoden aus unserem Ratgeber Milchschaum ohne Milchaufschäumer. Der Espresso aus dem Solo liefert dabei die Basis. Die Schwester mit Dampfrohr und Heißwasser ist die Melitta Solo & Milk.

Ebenfalls im Datenblatt mit “Nein” geführt: der Heißwasserbezug. Tee kocht also weiterhin der Wasserkocher. Bei Geräten mit Dampfdüse ist Heißwasser meist ein Nebenprodukt der ohnehin vorhandenen Technik, hier fehlt diese Technik komplett.

Der Gegenwert für den Verzicht ist real und wird oft übersehen: Ohne Milchweg gibt es keine Stelle, an der Milch antrocknen kann. Der häufigste Wartungsärger eines Vollautomaten entfällt damit vollständig.

Kegelstahlmahlwerk mit automatischer Mahlmengenregulierung

Melitta verbaut ein Premium-Kegelstahlmahlwerk mit fünf Mahlgradstufen. Bei der Materialwahl geht Melitta damit einen anderen Weg als Philips und Siemens, die in dieser Klasse auf Keramik setzen. Stahl mahlt schneller und ist unempfindlicher gegen Fremdkörper wie kleine Steinchen im Rohkaffee, leitet dafür Wärme besser und erwärmt das Mahlgut etwas stärker. Die Bauarten im Vergleich stehen unter Edelstahl- oder Keramikmahlwerk.

Fünf Stufen sind eine grobe Auflösung. Zum Einordnen: Philips bietet in derselben Preisklasse zwölf Stufen, der Siemens EQ500 classic sechs. Bei einer Bohne, deren idealer Punkt zwischen zwei Stufen liegt, hilft hier die Temperaturwahl als zweite Stellschraube weiter.

Interessanter ist die automatische Mahlmengenregulierung. Die Maschine bestimmt die Bohnenmenge selbst, passend zur gewählten Stärke und Wassermenge. Bei Geräten ohne diese Funktion mahlt das Mahlwerk eine feste Portion, egal ob eine 30-ml-Espressotasse oder ein 220-ml-Café-Crème gefüllt wird. Genau daraus entsteht der dünne, wässrige Kaffee, über den Besitzer günstiger Vollautomaten häufig klagen.

Drei Brühtemperaturen: die unterschätzte Einstellung

An dieser Stelle liefert der Solo etwas, das viele doppelt so teure Geräte schuldig bleiben: die Brühtemperatur in drei Stufen, 85, 90 oder 95 °C.

Der Effekt auf den Geschmack ist größer, als die Zahl vermuten lässt. Löslichkeit ist temperaturabhängig, und die einzelnen Bestandteile des Kaffees lösen sich unterschiedlich schnell: Säuren zuerst, dann Zucker und Aromaöle, zuletzt die Bitterstoffe. Eine niedrigere Brühtemperatur bremst vor allem den letzten Teil. Bei einer dunklen italienischen Röstung, die schnell bitter wird, sind die 85 °C oft die bessere Wahl. Eine helle, säurebetonte Röstung erschließt sich bei 95 °C deutlich vollständiger.

Wer die Zusammenhänge ausführlicher nachlesen möchte, findet sie unter Kaffee brühen: die richtige Temperatur. Und wenn der Kaffee trotz passender Einstellung bitter bleibt, hilft Kaffee schmeckt bitter aus der Maschine weiter.

Dazu kommt die stufenlose Wassermenge von 30 bis 220 ml, die sich sogar während des laufenden Bezugs noch korrigieren lässt. Wer merkt, dass die Tasse zu voll wird, greift ein, statt beim nächsten Mal nachzujustieren.

Vorbrühfunktion: warum das Anfeuchten zählt

Melitta nennt sie Pre-Infusion, und sie funktioniert so: Das frisch gemahlene Kaffeemehl wird vor dem eigentlichen Brühvorgang kurz angefeuchtet und quellen gelassen, erst danach läuft das Hauptwasser durch.

Der Grund dafür liegt im Kohlendioxid. Frisch gerösteter Kaffee gast noch aus, und dieses Gas drückt beim Brühen gegen das einströmende Wasser. Ohne Vorbrühen sucht sich das Wasser den Weg des geringsten Widerstands und läuft an einer Stelle durch das Kaffeebett, während der Rest kaum durchströmt wird. Das Ergebnis ist eine ungleichmäßige Extraktion: an einer Stelle zu viel, daneben zu wenig. Das kurze Anfeuchten lässt das Gas entweichen und macht das Kaffeebett gleichmäßig durchlässig.

Spürbar wird das vor allem bei frisch gerösteten Bohnen, die noch stark ausgasen. Bei Kaffee, der schon Wochen offen steht, fällt der Unterschied kleiner aus, was auch für die richtige Lagerung spricht; wie die aussieht, steht unter Kaffee im Kühlschrank lagern.

Die kleinen Vorräte im Alltag

Hier zeigt sich der Preis der schmalen Bauform. Der Wassertank fasst 1,2 Liter, der Bohnenbehälter 125 Gramm. Beide Werte sind die kleinsten in unserem Vergleichsfeld, teils deutlich.

Gerechnet heißt das: Bei 120 ml je Tasse reicht der Tank für rund zehn Bezüge, bei Espresso mit 40 ml entsprechend mehr. In der Praxis liegt der Wert darunter, weil das Gerät beim Ein- und Ausschalten spült. In einem Zwei-Personen-Haushalt wird der Tank also etwa jeden zweiten Tag gefüllt.

Die 125 Gramm Bohnen ergeben bei rund 9 Gramm je Bezug etwa 14 Tassen, also alle drei bis vier Tage eine Füllung. Das hat auch eine gute Seite: Die Bohnen im Behälter sind selten älter als ein paar Tage. Bei Geräten mit 275 Gramm steht die letzte Handvoll aus derselben Füllung nach zwei Wochen noch im Behälter und hat dort spürbar Aroma verloren.

Bedienung und Pflege

Die Bedienung läuft über Direktbezugstasten für Café Crème und Espresso plus ein LCD-Textdisplay. Das ist der schlichteste Ansatz in unserem Feld, wo sonst Symbol-Touchdisplays oder Farbdisplays stehen. Für zwei Getränke reicht er aus, für die Einstellungen im Menü braucht es beim ersten Mal einen Blick ins Handbuch.

Bei der Pflege ist der Solo gut aufgestellt. Melitta hinterlegt ein automatisches Reinigungs- und Entkalkungssystem, das sich meldet, wenn ein Durchlauf ansteht. Die Brühgruppe lässt sich entnehmen und unter fließendem Wasser ausspülen; der Ablauf steht unter Brühgruppe reinigen, die Vor- und Nachteile der Bauart unter herausnehmbare oder feste Brühgruppe.

Die Wasserhärte lässt sich einstellen, damit die Maschine den richtigen Entkalkungszeitpunkt errechnet; wie sich die Härte bestimmen lässt, steht unter Wasserhärte für Kaffee. Ein Melitta-Pro-Aqua-Filter ist einsetzbar und hat eine eigene Kontrollanzeige für den Wechsel. Die komplette Routine steht unter Kaffeevollautomat reinigen und entkalken.

Praktisch im Detail: Das Abtropfblech ist aus Edelstahl statt aus Kunststoff, und die Gerätedecke dient als passiver Tassenwärmer.

Beim Strom konsequent

Drei Stufen greifen ineinander. Ein programmierbarer Energiesparmodus senkt den Verbrauch im Betrieb, eine Auto-Off-Funktion mit selbst wählbarem Zeitpunkt schaltet das Gerät ab, und ein 0-Watt-Schalter trennt es vollständig vom Netz.

Der letzte Punkt ist der interessanteste, weil er bei Vollautomaten selten ist. Viele Geräte ziehen dauerhaft Standby-Strom, sobald der Stecker in der Dose steckt. Ein echter Netzschalter macht daraus eine Null. Eine Zahlenangabe zum Verbrauch nennt Melitta im Datenblatt nicht und verweist stattdessen auf eine eigene Seite zum Energieverbrauch.

Was Melitta offen lässt

Eine Angabe fehlt und sollte benannt werden: Melitta weist den Pumpendruck für dieses Modell nicht aus. Bei den Wettbewerbern in dieser Klasse stehen durchgängig 15 bar im Datenblatt. Ohne Zahl lässt sich der Wert hier nicht einordnen, und geschätzt wird er an dieser Stelle nicht.

Praktisch ist der Druck bei einem Vollautomaten allerdings der am wenigsten aussagekräftige Wert überhaupt. Die Pumpe liefert einen Maximaldruck, am Kaffeebett kommen bei jedem Gerät dieser Bauart rund 9 bar an, weil ein Überdruckventil abregelt. Die 15 bar auf den Datenblättern der Konkurrenz beschreiben damit eine Eigenschaft der Pumpe, während an der Brühung bei allen Geräten derselbe Wert ankommt.

Zwei weitere Lücken sind kleiner: Ein Pulverschacht fehlt, was einen Bohnenwechsel nötig macht, wenn abends entkoffeiniert getrunken werden soll; die Alternativen stehen unter entkoffeinierter Kaffee ohne Chemie. Und die CompanionApp unterstützt bei Reinigung, Entkalkung und Service, sie steuert das Gerät nicht.

Alternativen im Vergleich

ModellGetränkeMilchsystemBreitePreisklasse
Melitta Solo E950-222 (dieses Modell)2keines20,0 cmum 279 €
De’Longhi Magnifica S ECAM21.118.BEspresso, Kaffee + Dampfmanuelle Dampfdüse23,8 cmum 299 €
Philips 2200 EP2220/102 + Heißwasserklassischer Milchaufschäumer24,6 cmum 289 €
Philips 2300 EP2331/103 + HeißwasserLatteGo, automatisch24,6 cmum 364 €

Die Tabelle macht die Entscheidung greifbar. In derselben Preisklasse bekommen Käufer bei De’Longhi und Philips ein Milchsystem dazu, zahlen dafür mit 3,8 bis 4,6 cm mehr Breite. Umgekehrt liefert der Solo als einziges Gerät die wählbare Brühtemperatur und die stufenlose Wassermenge.

Entscheidend ist damit allein, welche Fähigkeit im eigenen Haushalt wirklich gebraucht wird. Wer täglich Cappuccino trinkt, findet beim Solo keine Lösung. Wer schwarzen Kaffee trinkt und wenig Platz hat, findet bei den anderen Geräten Technik, für die er Stellfläche bezahlt, ohne sie zu nutzen.

Für wen sich die Maschine lohnt

Der Solo passt zu drei Situationen besonders gut. Erstens die schmale Küchenzeile, in der 24 cm nicht frei sind, 20 cm aber schon. Zweitens der Haushalt, in dem ausschließlich schwarzer Kaffee getrunken wird und ein Milchsystem nur Pflegeaufwand ohne Gegenwert bedeuten würde. Drittens das Zweitgerät für Büro, Ferienwohnung oder Gästezimmer, wo der 0-Watt-Schalter und die einfache Bedienung mehr wert sind als eine große Getränkekarte.

Weniger passend ist er für Haushalte mit Milchkaffeetrinkern, für die der separate Aufschäumer eine tägliche Zusatzhandlung wäre, und für alle, die mehrere Personen mit unterschiedlichen Getränkewünschen bedienen. Auch wer selten nachfüllen möchte, ist bei den 1,2 Litern und 125 Gramm an der falschen Adresse.

Fazit

Der E950-222 ist ein konsequent zugeschnittenes Gerät. Er kann Espresso und Café Crème, und dafür bringt er ein Kegelstahlmahlwerk mit automatischer Mahlmengenregulierung, eine Vorbrühfunktion, drei wählbare Brühtemperaturen und eine stufenlos einstellbare Wassermenge mit. Diese Kombination aus Einstellmöglichkeiten findet sich in dieser Preisklasse selten. Für rund 279,00 € ist das ein schlüssiges Angebot.

Der Vorbehalt ist derselbe wie das Verkaufsargument, nur von der anderen Seite gesehen. Ohne Milchsystem und Heißwasserbezug ist der Solo auf schwarzen Kaffee festgelegt, und die kleinen Vorräte verlangen häufiges Nachfüllen. Wer das weiß und trotzdem zugreift, bekommt für 279 Euro einen der schmalsten Vollautomaten am Markt mit ungewöhnlich viel Kontrolle über die Tasse. Wer Milchgetränke braucht, sollte 4,6 cm mehr Breite einplanen und zur Philips 2300 Series greifen.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • 20,0 cm Breite: das schmalste Gerät in unserem Vergleichsfeld, rund 4,6 cm schmaler als die schmalsten Philips-Modelle
  • Brühtemperatur in drei Stufen wählbar (85, 90, 95 °C), eine Einstellmöglichkeit, die viele deutlich teurere Geräte nicht bieten
  • Kegelstahlmahlwerk mit automatischer Mahlmengenregulierung: Die Maschine dosiert die Bohnenmenge selbst passend zur gewählten Stärke
  • Vorbrühfunktion feuchtet das Kaffeemehl vor dem eigentlichen Brühvorgang an, was die Extraktion gleichmäßiger macht
  • Entnehmbare Brühgruppe: Der Brühweg lässt sich unter fließendem Wasser ausspülen
  • Wassermenge stufenlos von 30 bis 220 ml, auch während des laufenden Bezugs korrigierbar
  • 0-Watt-Schalter zusätzlich zum Energiesparmodus und zur programmierbaren Abschaltautomatik

Das spricht dagegen

  • Kein Milchsystem und kein Milchaufschäumer: Cappuccino und Latte macchiato sind ohne separates Zubehör nicht möglich
  • Kein Heißwasserbezug, damit fällt auch Tee aus der Maschine weg
  • Der Bohnenbehälter fasst 125 g und damit weniger als die Hälfte des Klassendurchschnitts, das ergibt etwa 14 Tassen je Füllung
  • Der Wassertank fasst 1,2 Liter, der kleinste Wert in unserem Vergleichsfeld
  • Nur fünf Mahlgradstufen; Philips löst in derselben Preisklasse mit zwölf Stufen deutlich feiner auf
  • Melitta weist den Pumpendruck im Datenblatt nicht aus
  • Kein Pulverschacht: entkoffeinierter Kaffee erfordert einen Bohnenwechsel im Behälter
  • LCD-Textdisplay ohne Farbe oder Symbole, die Bedienung läuft über Tastenkombinationen

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 4,0
Ausstattung 2,5
Bedienung 3,5
Pflege und Wartung 4,0
Kaffeezubereitung 4,0

Gesamtwertung: 3,6 / 5

Häufige Fragen

Kann der Melitta Solo E950-222 Cappuccino zubereiten?

Nein. Melitta führt im Datenblatt sowohl "Milchsystem" als auch "Milchschaumsystem" mit "Nein". Auf Knopfdruck stehen Café Crème und Espresso zur Verfügung. Wer Cappuccino möchte, schäumt die Milch separat auf, etwa mit einem elektrischen Milchaufschäumer oder von Hand. Der Espresso aus der Maschine bildet dabei die Basis, die Milch kommt aus einem eigenen Gerät dazu.

Wie breit ist der Melitta Solo genau?

Melitta gibt die Gerätemaße mit 334 × 200 × 459 mm an, also 33,4 cm Höhe, 20,0 cm Breite und 45,9 cm Tiefe. Die 20,0 cm machen ihn zum schmalsten Gerät in unserem Vergleichsfeld. Zum Einordnen: Die schmalsten Philips-Vollautomaten messen 24,6 cm, der De’Longhi Magnifica S 23,8 cm, der Siemens EQ500 classic 26,5 cm. Die Tiefe von 45,9 cm ist dafür überdurchschnittlich, auf einer 60 cm tiefen Arbeitsplatte bleiben gut 14 cm hinter dem Gerät.

Welche Brühtemperaturen lassen sich einstellen?

Drei Stufen stehen zur Wahl: 85 °C, 90 °C und 95 °C. Das ist eine Einstellmöglichkeit, die viele teurere Vollautomaten nicht bieten, und sie wirkt sich hörbar auf den Geschmack aus. Niedrigere Temperaturen holen weniger Bitterstoffe aus dunklen Röstungen, höhere Temperaturen erschließen bei hellen Röstungen mehr Säure und Aroma. Wer eine neue Bohne ausprobiert, hat damit neben dem Mahlgrad eine zweite Stellschraube.

Was macht die Vorbrühfunktion?

Bei der Vorbrühfunktion (Pre-Infusion) wird das frisch gemahlene Kaffeemehl vor dem eigentlichen Brühvorgang kurz angefeuchtet und quellen gelassen. Das entgast das Mehl und verhindert, dass sich das Wasser beim Hauptdurchgang einen bevorzugten Weg durch das Kaffeebett bahnt. Die Extraktion wird dadurch gleichmäßiger, was sich vor allem bei frisch gerösteten Bohnen bemerkbar macht.

Wie viele Tassen ergibt eine Bohnenfüllung?

Der Bohnenbehälter fasst 125 Gramm. Bei rund 9 Gramm je Bezug ergibt das etwa 14 Tassen. In einem Zwei-Personen-Haushalt mit je zwei Tassen täglich wird also alle drei bis vier Tage nachgefüllt. Das ist häufiger als bei Geräten mit 250 bis 275 Gramm, hat aber einen Nebeneffekt: Die Bohnen im Behälter sind selten älter als ein paar Tage und verlieren entsprechend wenig Aroma.

Was ist die automatische Mahlmengenregulierung?

Die Maschine bestimmt die Bohnenmenge selbst, passend zur eingestellten Kaffeestärke und Wassermenge. Bei Geräten ohne diese Funktion mahlt das Mahlwerk eine feste Portion, unabhängig davon, ob eine kleine Espressotasse oder ein großer Café Crème gefüllt wird. Die Regulierung sorgt dafür, dass das Verhältnis von Kaffee zu Wasser über alle Tassengrößen hinweg stimmt.

Lässt sich die Brühgruppe des Melitta Solo herausnehmen?

Ja, Melitta führt die entnehmbare Brühgruppe ausdrücklich im Datenblatt und nennt sie als Grund dafür, dass sich auch der Innenraum reinigen lässt. Der Brühweg wird unter fließendem Wasser ausgespült und danach wieder eingesetzt. Im Brühweg setzen sich Kaffeeöle ab, die mit der Zeit ranzig werden und den Geschmack beeinflussen; ein Automatikprogramm erreicht sie nur zum Teil.

Braucht der Melitta Solo einen Wasserfilter?

Zwingend nicht, das Gerät bringt ein automatisches Entkalkungssystem mit und meldet sich, wenn ein Durchlauf ansteht. Melitta empfiehlt den hauseigenen Pro-Aqua-Filter und hat für dessen Wechsel eine eigene Kontrollanzeige vorgesehen. Sinnvoll wird ein Filter ab einer Wasserhärte von etwa 14 °dH, weil sich dann die Abstände zwischen den Entkalkungen deutlich verkürzen. Die Wasserhärte lässt sich am Gerät einstellen.

Was ist der 0-Watt-Schalter?

Ein echter Netzschalter, der das Gerät vollständig vom Strom trennt, statt es in einen Standby-Zustand zu versetzen. Damit fällt auch der geringe Standby-Verbrauch weg, den viele Vollautomaten dauerhaft ziehen. Ergänzt wird er durch einen programmierbaren Energiesparmodus und eine Auto-Off-Funktion, deren Zeitpunkt sich selbst festlegen lässt.

Welche Farbvarianten des Melitta Solo gibt es?

Neben der hier besprochenen pure black führt Melitta den Solo unter anderem in Silber. Der Handel listet dabei mehrere Typennummern, etwa E950-204 und E950-766 für die silbernen Ausführungen. Die technische Basis mit Kegelstahlmahlwerk, 1,2-Liter-Tank und 20 cm Breite ist bei allen Varianten gleich, sie unterscheiden sich in Gehäusefarbe und Oberfläche. Preislich liegen die Silber-Varianten typischerweise 10 bis 30 Euro über der schwarzen.

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