Kaffeevollautomat · JURA

JURA E6 Full Black (EC) 15802 (Kaffeevollautomat)

  • Puls-Extraktionsprozess P.E.P.: laut JURA presst die Maschine das Wasser bei Ristretto und Espresso getaktet durch das Kaffeemehl
  • Variable Brüheinheit für 5 bis 16 Gramm Kaffeemehl, dazu ein Pulverschacht
  • Professional Aroma Grinder, laut JURA 12,2 Prozent mehr Aroma als das Vorgängermahlwerk
  • 11 Spezialitäten über ein 2,8-Zoll-Farbdisplay mit sechs Tasten
  • CLARIS Smart+ mit automatischer Filtererkennung, Standby-Verbrauch 0 Watt

Preise: Stand 05.10.2026, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der vollbohne.de-Redaktion · Veröffentlicht am 26. August 2026

JURA E6 Full Black (EC) 15802

Preisentwicklung

OTTO
659 €675 €690 €706 €26.08.2608.09.2621.09.2605.10.26

Tiefstpreis im Zeitraum: 666,00 € (28.08.2026) · Höchstpreis: 699,00 €

Technische Daten

Modell E6 Full Black (EC), Artikelnummer 15802
Geräteart Kaffeevollautomat mit integriertem Mahlwerk
Spezialitäten 11
Spezialitäten im Detail Espresso, 2× Espresso, Kaffee, 2× Kaffee, Caffè Barista, Lungo Barista, Espresso macchiato, Cappuccino, Cappuccino Extra Shot, Milchschaumportion, heißes Wasser
Mahlwerk Professional Aroma Grinder (P.A.G.), laut JURA 12,2 % Aromasteigerung
Pulverschacht vorhanden, für gemahlenen Kaffee
Brüheinheit variabel für 5 bis 16 g Kaffeemehl; fest im Gerät verbaut
Brühverfahren Puls-Extraktionsprozess (P.E.P.)
Pumpendruck 15 bar
Heizsystem Thermoblock, Aufheizzeit laut JURA 30 bis 35 Sekunden
Kaffeestärke 10 Stufen
Brühtemperatur 3 Stufen
Milchsystem Milchdüse für Cappuccino, auswechselbarer Milchauslauf (HP1 / CX3)
Anzeige 2,8-Zoll-Farbdisplay, Bedienung über 6 Tasten
Wassertank 1,9 Liter
Bohnenbehälter 280 g mit Aromaschutzdeckel
Tresterbehälter max. 16 Portionen
Wasserfilter CLARIS Smart+ mit automatischer Filtererkennung
Auslaufhöhe 65 bis 111 mm, höhenverstellbar
Reinigung integrierte Spül-, Reinigungs- und Entkalkungsprogramme, TÜV-zertifizierte Hygiene
Vernetzung J.O.E.-kompatibel; WLAN über den optional erhältlichen Wi-Fi Connect
Leistung 1.450 W, 220 V
Standby 0 W, Energiesparmodus E.S.M. und Zero-Energy Switch, programmierbare Ausschaltzeit
Maße (H × B × T) 35,1 × 28 × 44,6 cm
Gewicht 9,1 kg
Kabellänge 1,1 m
Lieferumfang Dosierlöffel, Milchschlauch, Reiniger, CLARIS-Filter, Bedienungsanleitung
Herstellungsland Portugal
EAN 7610917158027

Einordnung

Die E6 ist JURAs Einstieg in die eigene Kerntechnik. Sie bringt den Puls-Extraktionsprozess, die variable Brüheinheit und den Professional Aroma Grinder mit, also genau die drei Bauteile, mit denen der Hersteller seine Geräte von der Konkurrenz abgrenzt. Was sie nicht mitbringt, ist eine lange Getränkeliste.

Grundlage dieser Einordnung sind das JURA-Datenblatt zur Artikelnummer 15802, die Technologiebeschreibungen des Herstellers zu P.E.P. und P.A.G. sowie die Händlerlistung mit Preis und Verfügbarkeit. Bei diesem Modell lohnt es sich besonders, genau hinzusehen: Die E6 wird in mehreren Varianten verkauft, und zwei Buchstaben im Namen entscheiden darüber, ob ein Latte macchiato aus der Maschine kommt.

Analyse

EC und ED: worauf die zwei Buchstaben hinweisen

Die hier besprochene 15802 ist die E6 Full Black in der EC-Ausführung. Daneben führt JURA die E6 als ED-Version, etwa als 15642 in Piano Black. Von außen sehen sich die Geräte ähnlich, im Datenblatt trennt sie ein wichtiger Punkt.

Die EC-Version bereitet 11 Spezialitäten zu: Espresso und doppelten Espresso, Kaffee und doppelten Kaffee, Caffè Barista, Lungo Barista, Espresso macchiato, Cappuccino, Cappuccino Extra Shot, eine Milchschaumportion und heißes Wasser. Die ED-Version kommt auf 17 Spezialitäten und ergänzt das Hot-&-Light-Brew-Verfahren für mildere Kaffees. Zwischen beiden liegen im Handel rund 100 Euro.

Latte macchiato steht auf keiner der beiden EC-Listen. Der Grund liegt im Milchsystem, dazu gleich mehr. Wer beim Kauf auf die Buchstaben achtet, weiß also vorher, welche Tasse er bekommt.

Die variable Brüheinheit: 5 bis 16 Gramm

Der interessanteste Wert im Datenblatt ist eine Spanne. Die Brüheinheit arbeitet mit 5 bis 16 Gramm Kaffeemehl, und zwar je nach Getränk unterschiedlich. Für einen einzelnen Espresso dosiert die Maschine wenig, für einen langen Kaffee viel.

Warum das zählt, zeigt der Blick auf Geräte mit fester Kammer: Sie arbeiten immer mit derselben Menge und regeln die Stärke fast nur über Mahlgrad und Wassermenge. Bei einer großen Tasse heißt das, dass mehr Wasser durch dieselbe Menge Kaffeemehl läuft, und was in der zweiten Hälfte noch herausgelöst wird, sind überwiegend Bitterstoffe. Die variable Kammer legt stattdessen mehr Mehl ein.

Dass JURA diese Technik bereits in der E6 verbaut und nicht erst in den Modellen oberhalb, ist der stärkste Punkt dieses Geräts. Wie viel Kaffee je Tasse überhaupt sinnvoll ist, steht unter wie viel Kaffee pro Tasse.

P.E.P.: warum getaktetes Wasser einen Unterschied macht

Der Puls-Extraktionsprozess ist JURAs bekannteste Technologie, und sie hat einen nachvollziehbaren Kern. Bei kurzen Spezialitäten wie Ristretto und Espresso presst die Maschine das Wasser getaktet in schnellen Intervallen durch das Kaffeemehl.

Das Problem, das dahintersteckt: Ein Espresso braucht wenig Wasser, und wenig Wasser läuft schnell durch. Die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeemehl ist damit kurz, und ein Teil der Aromen bleibt im Mehl zurück. Die Taktung verlängert diese Kontaktzeit, ohne die Wassermenge zu erhöhen. Das Ergebnis ist eine dichtere Tasse bei gleicher Menge.

Bemerkenswert an der E6 ist, dass sie dieses Verfahren ohne Abstriche gegenüber der E8 mitbringt. Bei der Brühtechnik selbst spart JURA in der Einstiegsklasse nicht, gespart wird bei Milchsystem, Display und Getränkeauswahl.

Das Milchsystem: Cappuccino, mehr nicht

Hier liegt die deutlichste Grenze des Geräts. Die E6 (EC) hat eine speziell für Cappuccino entwickelte Milchdüse, die Milch ansaugt, aufschäumt und in die Tasse gibt. Der Milchschlauch wird in einen beliebigen Behälter gehängt, der Milchauslauf lässt sich wechseln, etwa gegen den Anschluss an einen Milchkühler.

Was das System kann, macht es gut: Cappuccino, Espresso macchiato und eine Milchschaumportion auf Tastendruck. Was es nicht kann, ist die Reihenfolge umkehren. Für einen Latte macchiato müsste die Maschine zuerst die Milch in das Glas geben und dann den Espresso hindurchschieben, damit sich die Schichten bilden. Diese Programmierung fehlt der EC-Version.

Dazu kommt die Bauhöhe. Der Auslauf lässt sich zwischen 65 und 111 mm verstellen, ein übliches Latte-macchiato-Glas misst 14 bis 15 cm. Selbst mit passender Programmierung würde das Glas nicht darunterpassen. Für Espressotassen, Kaffeebecher und Cappuccino-Schalen reicht die Höhe problemlos.

Und wie bei jedem Schlauchsystem gilt: Der Milchweg braucht Pflege. JURA legt dafür ein Spülprogramm und einen Milchsystem-Reiniger auf. Was passiert, wenn das ausbleibt, steht unter Kaffeevollautomat macht keinen Milchschaum.

Professional Aroma Grinder und die fehlende Stufenzahl

JURA nennt das Mahlwerk der E6 Professional Aroma Grinder und beziffert den Gewinn gegenüber dem Vorgängermahlwerk mit 12,2 Prozent mehr Aroma. Die Zahl stammt vom Hersteller und lässt sich von außen nicht nachprüfen; die Größenordnung ist plausibel, weil ein gleichmäßigeres Mahlbild direkt zu einer gleichmäßigeren Extraktion führt.

Nachvollziehbarer ist ein Detail der Mechanik: Das Mahlwerk kehrt nach jedem Mahlgang in die Ausgangsposition zurück. Damit beginnt jeder Bezug unter denselben Bedingungen, und der Mahlgrad bleibt über die Zeit stabil.

Was JURA offen lässt, ist die Zahl der Mahlgradstufen. Das Datenblatt beschreibt den Regler als stufenweise verstellbar, ohne eine Zahl zu nennen. Zum Vergleich: Philips gibt für seine Geräte 12 Stufen an. Für den Alltag ist das verschmerzbar, weil man den Mahlgrad nach Geschmack einstellt und die Skala dabei keine Rolle spielt. Wichtig bleibt: Verstellt wird nur bei laufendem Mahlwerk. Schmeckt der Kaffee bitter, ist der Mahlgrad die erste Stellschraube, die Ursachenliste steht unter Kaffee schmeckt bitter aus der Maschine, die Bauarten unter Edelstahl- oder Keramikmahlwerk.

Zehn Stärkestufen: die unterschätzte Zahl

Ein Wert geht im Datenblatt leicht unter und verdient mehr Aufmerksamkeit: Die Kaffeestärke läuft über 10 Stufen. Viele Geräte in dieser Preisklasse bieten drei, die Philips-Serien 3300 und darunter ebenfalls.

Zehn Stufen bedeuten, dass sich die Dosierung fein genug regeln lässt, um eine neue Bohne einzufahren, ohne gleich am Mahlgrad zu drehen. Zusammen mit der variablen Brüheinheit und drei Temperaturstufen ergibt das eine Kombination, mit der sich eine Tasse tatsächlich auf den eigenen Geschmack einstellen lässt. Genau darin liegt der Charakter dieses Geräts.

Die feste Brüheinheit und was daraus folgt

Die Brüheinheit ist fest verbaut. JURA baut seine Geräte seit jeher so, und das Datenblatt der E6 führt sie als variable Brüheinheit ohne jeden Hinweis auf eine Entnahme.

Praktisch heißt das: Der Brühweg lässt sich nicht unter fließendem Wasser ausspülen. Die Reinigung läuft über das automatische Spülprogramm bei jedem Ein- und Ausschalten und in längeren Abständen über eine Reinigungstablette, die den Ölfilm chemisch löst. JURA lässt die Hygiene dieses Verfahrens vom TÜV zertifizieren.

Ob das genügt, ist eine Abwägung. Für die Zertifizierung spricht, dass sie extern vergeben wird. Dagegen spricht, dass ein Automatikprogramm eine Stelle nie so vollständig erreicht wie ein Handgriff unter dem Wasserhahn. Die Argumente beider Seiten stehen unter herausnehmbare oder feste Brühgruppe, die Reinigungsroutine für Geräte ohne entnehmbare Einheit unter Kaffeevollautomat ohne Brühgruppe reinigen.

CLARIS Smart+, Entkalken und die Folgekosten

Der Wasserfilter ist eine der angenehmeren Lösungen im Feld: CLARIS Smart+ wird vom Gerät automatisch erkannt, das manuelle Zurücksetzen im Menü entfällt. Der Filter reduziert Kalk und verlängert damit die Abstände zwischen den Entkalkungsläufen. Wie stark er wirkt, hängt an der Härte des Leitungswassers; unter etwa 8 °dH verschiebt er wenig, über 14 °dH spart er mehrere Durchläufe. Wie sich die eigene Wasserhärte bestimmen lässt, steht unter Wasserhärte für Kaffee, die Routine unter Kaffeevollautomat reinigen und entkalken.

Zu bedenken ist die Kostenseite. JURA bindet die Pflege an ein eigenes Wartungssystem: Reinigungstabletten, Milchsystem-Reiniger, Entkalkungstabletten und Filterpatronen sind eigene Produkte, die über die Jahre zusammenkommen. Bei einem Gerät mit fest verbauter Brüheinheit sind diese Mittel der einzige Weg zur Reinigung. Wer die laufenden Kosten gegenrechnet, sollte sie von Anfang an einplanen.

Stellfläche, Vorräte und der Zero-Energy Switch

Die E6 misst 35,1 cm in der Höhe, 28 cm in der Breite und 44,6 cm in der Tiefe bei 9,1 kg. Die Höhe ist angenehm niedrig, sodass sie auch unter niedrigen Hängeschränken Platz findet; die 44,6 cm Tiefe sind dagegen der kritische Wert. Auf einer 60 cm tiefen Arbeitsplatte bleiben gut 15 cm für Steckdose und Kabel, und das Kabel selbst misst 1,1 m.

Bei den Vorräten ist JURA großzügig: 1,9 Liter Wassertank, 280 Gramm Bohnen und ein Tresterbehälter für 16 Portionen. Gerechnet reicht der Tank bei 120 ml je Tasse für rund 15 Bezüge, die Bohnen bei etwa 9 Gramm je Bezug für gut 30 Tassen. Der Tresterbehälter mit 16 Portionen liegt über dem Niveau vergleichbarer Geräte und muss entsprechend seltener geleert werden. Wie die Bohnen bis dahin frisch bleiben, steht unter Kaffee im Kühlschrank lagern.

Beim Verbrauch fällt ein Wert auf: Der Standby-Verbrauch liegt bei 0 Watt. Möglich macht das der Zero-Energy Switch, der das Gerät nach dem Abschalten vollständig vom Netz trennt. Der Preis dafür ist die Aufheizzeit von 30 bis 35 Sekunden beim nächsten Einschalten, was für einen Thermoblock ein guter Wert bleibt.

Was der Preis von 699 Euro kauft

Diese Frage gehört offen beantwortet, weil sie über den Kauf entscheidet. Für 699,00 € bieten Philips und Siemens Geräte mit mehr Getränken und vollautomatischen Milchsystemen an: Die Philips 5500 bringt für rund 120 Euro weniger 20 Spezialitäten inklusive Eisgetränken mit, die Siemens EQ.6 plus s700 für rund 100 Euro weniger einen isolierten Milchbehälter und Doppelbezug.

Der Aufpreis der E6 geht in drei Dinge: die variable Brüheinheit, das P.E.P.-Verfahren und die Verarbeitung. Das sind Punkte, die man in der Tasse schmeckt und nicht auf dem Display sieht. Für jemanden, der überwiegend Espresso und Kaffee trinkt und dabei Wert auf die Extraktion legt, ist das ein sinnvoller Tausch. Für jemanden, der morgens einen Latte macchiato und nachmittags einen Eiskaffee möchte, ist es der falsche.

Alternativen im Vergleich

ModellSpezialitätenBrüheinheitMilchsystemPreisklasse
JURA E6 Full Black (EC) (dieses Modell)11variabel 5–16 g, fest verbautCappuccino-Milchdüseum 699 €
JURA E8 (ED)27variabel 5–16 g, fest verbautFeinschaum, Touchscreenum 999 €
Siemens EQ.6 plus s70011herausnehmbarIsolierbehälter 0,5 l, autoMilk Cleanum 599 €
Philips 5500 EP5547/9020herausnehmbarLatteGo, zweiteiligum 579 €

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Hersteller ihr Geld verteilen. JURA legt es in Brühtechnik, Siemens und Philips legen es in Milchsystem und Getränkeauswahl. Innerhalb des JURA-Programms trennen die E6 und die E8 vor allem Milchsystem, Display und Getränkeliste; die Brühtechnik ist bei beiden dieselbe, was die E6 zum günstigsten Weg zu P.E.P. und variabler Brüheinheit macht.

Für wen sich die Maschine lohnt

Die E6 (EC) passt zu Haushalten, in denen Espresso und Kaffee den Ton angeben und gelegentlich ein Cappuccino dazukommt. Sie passt außerdem zu allen, die lieber wenige Getränke gut als viele mittelmäßig zubereitet haben möchten: Zehn Stärkestufen, drei Temperaturstufen und die variable Brüheinheit ergeben zusammen einen Spielraum, den kaum ein anderes Gerät dieser Klasse bietet.

Weniger passend ist sie für zwei Gruppen. Wer regelmäßig Latte macchiato trinkt, findet ihn in dieser Ausführung nicht und sollte zur ED-Version oder zu einem Gerät mit vollautomatischem Milchsystem greifen. Und wer eine Brühgruppe zum Ausspülen unter fließendem Wasser möchte, ist bei Siemens, Philips oder De’Longhi besser aufgehoben.

Fazit

Die JURA E6 Full Black (EC) ist ein Gerät mit klarem Schwerpunkt. Variable Brüheinheit von 5 bis 16 Gramm, getaktete Extraktion über P.E.P., ein Mahlwerk mit definierter Ausgangsposition und zehn Kaffeestärkestufen: Das ist die Ausstattung, mit der sich eine Tasse Espresso tatsächlich auf den eigenen Geschmack bringen lässt, und sie steckt hier in JURAs günstigstem Gerät dieser Bauart.

Der Vorbehalt betrifft alles um die Tasse herum. Elf Spezialitäten ohne Latte macchiato, ein Auslauf, unter den kein hohes Glas passt, eine fest verbaute Brüheinheit und Folgekosten im JURA-Wartungssystem. Wer damit einverstanden ist und beim Kaffee auf die Extraktion schaut, bekommt für 699,00 € viel Technik. Wer eine lange Getränkeliste und ein automatisches Milchsystem sucht, findet bei Philips und Siemens für weniger Geld das passendere Gerät.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Variable Brüheinheit von 5 bis 16 Gramm: Die Maschine dosiert für einen einzelnen Espresso anders als für einen langen Kaffee, was in dieser Klasse längst nicht selbstverständlich ist
  • Puls-Extraktionsprozess P.E.P.: dasselbe Brühverfahren wie in den deutlich teureren JURA-Modellen, ohne Abstriche gegenüber der E8
  • Professional Aroma Grinder mit laut JURA 12,2 Prozent Aromasteigerung; das Mahlwerk kehrt nach jedem Mahlgang in die Ausgangsposition zurück
  • 10 Kaffeestärkestufen, deutlich feiner abgestuft als die drei Stufen vieler Wettbewerber in dieser Preisklasse
  • 1,9 Liter Wassertank, 280 Gramm Bohnen und 16 Tresterportionen: großzügige Vorräte für ein Gerät dieser Größe
  • Standby-Verbrauch 0 Watt über den Zero-Energy Switch, dazu programmierbare Ausschaltzeit
  • CLARIS Smart+ erkennt der Filter selbstständig, ein manuelles Zurücksetzen im Menü entfällt

Das spricht dagegen

  • Kein Latte macchiato ab Werk: Die EC-Version bringt Cappuccino und Espresso macchiato mit, das geschichtete Milchgetränk fehlt in der Getränkeliste
  • Der Auslauf reicht bis 111 mm Höhe, hohe Latte-macchiato-Gläser passen damit nicht darunter
  • Die Brüheinheit ist fest verbaut und lässt sich nicht zum Spülen entnehmen: Die Reinigung läuft ausschließlich über die automatischen Programme und Reinigungstabletten
  • Bei 699 Euro bieten Philips und Siemens für weniger Geld mehr Getränke und automatische Milchsysteme; der Aufpreis geht in Brühtechnik und Verarbeitung
  • WLAN steckt nicht im Gerät: Für J.O.E. wird laut JURA der optional erhältliche Wi-Fi Connect gebraucht
  • Die Folgekosten sind an das JURA-Wartungssystem gebunden, weil Reinigungstabletten, Milchsystem-Reiniger und Entkalkungstabletten als eigene Produkte gekauft werden
  • JURA weist für die E6 keine Zahl an Mahlgradstufen aus, der Regler wird nur als stufenweise verstellbar beschrieben

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 3,0
Ausstattung 3,5
Bedienung 4,0
Pflege und Wartung 3,5
Kaffeezubereitung 4,5

Gesamtwertung: 3,7 / 5

Häufige Fragen

Welche Getränke kann die JURA E6 (EC) zubereiten?

JURA nennt elf Spezialitäten: Espresso und 2× Espresso, Kaffee und 2× Kaffee, Caffè Barista, Lungo Barista, Espresso macchiato, Cappuccino, Cappuccino Extra Shot, eine Milchschaumportion und heißes Wasser. Latte macchiato steht nicht auf der Liste, weil die EC-Version über eine reine Cappuccino-Milchdüse verfügt. Wer das geschichtete Milchgetränk auf Tastendruck möchte, braucht die E6 in der ED-Ausführung oder ein Gerät mit vollwertigem Milchsystem.

Was ist der Unterschied zwischen der JURA E6 (EC) und der E6 (ED)?

Beide Varianten teilen sich Gehäuse, Professional Aroma Grinder, P.E.P.-Brühverfahren und die variable Brüheinheit. Die ED-Ausführung erweitert die Getränkeliste auf 17 Spezialitäten und bringt das Hot-&-Light-Brew-Verfahren mit, mit dem sich mildere Kaffees zubereiten lassen. Preislich liegen zwischen den beiden derzeit rund 100 Euro.

Was ist der Puls-Extraktionsprozess P.E.P. bei der E6?

JURA beschreibt P.E.P. so, dass das heiße Wasser bei kurzen Spezialitäten getaktet in schnellen Intervallen durch das Kaffeemehl gepresst wird. Der Hintergrund: Ristretto und Espresso brauchen wenig Wasser, und wenig Wasser läuft schnell durch. Die Taktung verlängert die Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffeemehl, ohne die Wassermenge zu erhöhen. Das Verfahren steckt bei JURA auch in den Modellen oberhalb der E6.

Was bedeutet die variable Brüheinheit von 5 bis 16 Gramm?

Die Brühkammer passt ihr Volumen an die Getränkegröße an. Für einen einzelnen Espresso arbeitet sie mit rund 5 bis 7 Gramm Kaffeemehl, für einen langen Kaffee mit bis zu 16 Gramm. Geräte mit fester Kammer arbeiten dagegen immer mit derselben Menge und regeln die Stärke fast nur über Mahlgrad und Wassermenge. Der Unterschied macht sich vor allem bei großen Tassen bemerkbar, die sonst dünn schmecken.

Lässt sich die Brühgruppe der JURA E6 herausnehmen?

Nein. JURA verbaut die Brüheinheit fest im Gerät; im Datenblatt steht sie als variable Brüheinheit für 5 bis 16 Gramm ohne Hinweis auf eine Entnahme. Gereinigt wird sie über das automatische Spülprogramm und in längeren Abständen über eine Reinigungstablette. Wer eine Brühgruppe zum Ausspülen unter fließendem Wasser möchte, findet sie bei Philips, Siemens und De’Longhi.

Passt ein Latte-macchiato-Glas unter die JURA E6?

Der Auslauf lässt sich zwischen 65 und 111 mm verstellen. Übliche Latte-macchiato-Gläser sind 14 bis 15 cm hoch und passen damit nicht darunter. Für Espresso- und Kaffeetassen sowie Cappuccino-Schalen reicht die Höhe. Wer ein hohes Glas verwenden möchte, lässt den Bezug in ein flaches Gefäß laufen und füllt um.

Wie funktioniert der CLARIS-Smart+-Filter?

Die Filterpatrone wird in den Wassertank gesetzt und vom Gerät automatisch erkannt, ein manuelles Zurücksetzen im Menü entfällt. Der Filter reduziert Kalk und verlängert damit die Abstände zwischen den Entkalkungsläufen. Wie stark er wirkt, hängt an der Wasserhärte aus der Leitung: Bei weichem Wasser verschiebt er wenig, bei hartem spart er mehrere Entkalkungsdurchläufe.

Hat die JURA E6 WLAN eingebaut?

Nach Herstellerangabe nicht. JURA schreibt, dass für die Nutzung der J.O.E.-App der optional erhältliche Wi-Fi Connect erforderlich ist. Es ist also mit einer Zusatzanschaffung zu rechnen, wenn die Steuerung per Smartphone genutzt werden soll. Alle Einstellungen lassen sich auch direkt am 2,8-Zoll-Display vornehmen.

Wie viel Strom verbraucht die JURA E6 im Standby?

JURA gibt den Standby-Verbrauch mit 0 Watt an. Möglich macht das der Zero-Energy Switch, der das Gerät nach dem Abschalten vollständig vom Netz trennt, statt es in einen Bereitschaftsmodus zu versetzen. Dazu kommen der Energiesparmodus E.S.M. und eine programmierbare Ausschaltzeit. Der Preis dafür ist die Aufheizzeit von 30 bis 35 Sekunden beim nächsten Einschalten.

Lohnt sich die JURA E6 gegenüber Philips oder Siemens?

Das hängt daran, worauf der Schwerpunkt liegt. Für 699 Euro bekommt man bei Philips und Siemens mehr Getränke und ein automatisches Milchsystem, teils sogar mit Latte macchiato und Eiskaffee. Die E6 setzt ihr Geld dagegen in die Brühtechnik: variable Brüheinheit, P.E.P. und ein Mahlwerk, das JURA als Professional Aroma Grinder führt. Wer viel Espresso trinkt und Wert auf die Extraktion legt, bekommt hier mehr fürs Geld als bei einem Gerät mit langer Getränkeliste.

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