Siebträgermaschine · WMF

WMF Espresso Pro (Siebträgermaschine)

  • 60 Mahlgradstufen am integrierten Kegelmahlwerk, von Stufe 1 (sehr fein) bis Stufe 60 (sehr grob)
  • Brühtemperatur zwischen 89 und 96 °C frei wählbar, dazu einstellbare Vorbrühzeit und Wassermenge
  • Manometer zeigt den Brühdruck live, die Waage im Mahlauslass kontrolliert die Kaffeemenge in Gramm
  • Doppel-Thermoblock mit zwei Heizkreisen: Brühen und Milchaufschäumen laufen parallel
  • ETM Testmagazin, Einzeltest Siebträgermaschinen 09/2025: "sehr gut" mit 94,5 %

Preise: Stand 05.10.2026, Amazon 04:21 Uhr, inkl. MwSt., ohne Gewähr

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Rezension der vollbohne.de-Redaktion · Veröffentlicht am 20. September 2026

WMF WMF Espresso Pro

Preisentwicklung

OTTO
855 €911 €967 €1.023 €20.09.2625.09.2630.09.2605.10.26

Tiefstpreis im Zeitraum: 879,00 € (20.09.2026) · Höchstpreis: 999,00 €

Technische Daten

Modell Espresso Pro, Artikelnummer 0412390011, Farbe Stone Grey (Steingrau), EAN 4211129228237 (WMF-CMMF 3200002645)
Geräteart halbautomatische Siebträgermaschine mit integriertem Mahlwerk
Mahlwerk integriertes Kegelmahlwerk, Mahlkegel herausnehmbar, Antistatik-Technologie gegen Kaffeemehl-Ablagerungen
Mahlgradstufen 60, per Drehknopf, Stufe 1 sehr fein bis Stufe 60 sehr grob; laut Anleitung nur während des Mahlvorgangs verstellbar
Dosierung über die Mahldauer in Sekunden (ab Werk 8 s für eine Tasse, 12 s für zwei); die integrierte Waage zeigt das Ergebnis in Gramm zur Kontrolle
Empfohlene Kaffeemenge laut WMF 11 bis 13 g im 1-Tassen-Sieb, 17 bis 19 g im 2-Tassen-Sieb
Pumpendruck 15 bar; das Manometer zeigt den anliegenden Brühdruck während der Extraktion
Brühtemperatur 89 bis 96 °C in Schritten einstellbar, ab Werk 92 °C
Vorbrühzeit einstellbar, ab Werk 2 Sekunden
Wassermenge je Bezug ab Werk 25 ml für eine Tasse, 50 ml für zwei, 80 ml Heißwasser; frei anpassbar
Heizsystem Doppel-Thermoblock, getrennte Kreise für Brühwasser und Dampf
Milchaufschäumen manuelle Dampflanze, Milchkännchen aus Edelstahl liegt bei
Heißwasser eigener Auslass, unabhängig von der Dampflanze
Anzeige Glas-Touch-Display; zeigt Brühtemperatur (°C oder °F), Mahlmenge in g, Wassermenge in ml, Mahldauer und Extraktionszeit in Sekunden sowie den Mahlgrad
Wassertank 2,6 Liter, herausnehmbar, mit Wasserfilterkartusche
Wasserfilter Wechsel laut WMF alle 2 Monate, Filteralarm im Display, Installationswerkzeug liegt bei
Bohnenbehälter Kapazität weist WMF nicht aus; der Behälter wird zum Entnehmen gedreht, ohne ihn mahlt die Maschine nicht
Siebe 1-Tassen-Sieb, 2-Tassen-Sieb und Blindsieb für die Reinigung
Siebträger Edelstahl mit integrierter Tampermatte; den Durchmesser weist WMF nicht aus
ESE-Pads nein, laut Datenblatt nicht vorgesehen
Tropfschale abnehmbar, mit rotem Schwimmer als Füllstandsanzeige
Beleuchtung LED-Ambientelicht am Sockel als Betriebsanzeige (Lichtquelle der Energieeffizienzklasse C, nicht zur Raumbeleuchtung gedacht)
Anschlusswert 2.820 bis 3.320 W, 220–240 V, 50–60 Hz, Schutzklasse I
Standby 0,3 W im Aus-Zustand, Abschaltung nach 5 Minuten
Maße (B × H × T) 33,6 × 41,4 × 34,6 cm
Gewicht 13,7 kg (Verpackungsgewicht laut WMF 17,8 kg)
Lieferumfang Milchkännchen, Tamper mit Ablagematte, Siebträger mit integrierter Tampermatte, 1-Tassen-Sieb, 2-Tassen-Sieb, Blindsieb, Trichteraufsatz, Wasserfilterkartusche, Reinigungstuch, 2 Reinigungsbürsten, Reinigungsstift
Variante Espresso Pro Silk (WMF-CMMF 3201115290)
Preis rund 879 € bei Amazon und OTTO, 879,99 € im WMF-Shop

Einordnung

Die WMF Espresso Pro ist eine halbautomatische Siebträgermaschine mit integriertem Mahlwerk, die den Anspruch hat, alle vier Hebel der Extraktion in ein Bedienmenü zu holen: 60 Mahlgradstufen, Brühtemperatur von 89 bis 96 °C, Vorbrühzeit und Wassermenge. Ein Manometer zeigt den Brühdruck live, eine Waage im Mahlauslass die gemahlene Menge in Gramm, und das Display zählt die Extraktionszeit in Sekunden mit.

Damit sitzt sie in der Kategorie der “Alles-in-einem”-Siebträger, in der auch der Sage Barista Pro und die De’Longhi La Specialista antreten. Das ETM Testmagazin vergab ihr im Einzeltest Siebträgermaschinen 09/2025 die Note “sehr gut” mit 94,5 %. Grundlage dieser Einordnung sind das WMF-Datenblatt zum CMMF 3200002645, die komplette Bedienungsanleitung mit Werkseinstellungen und Einstellbereichen sowie die Listungen bei Amazon und OTTO.

Analyse

Was 60 Mahlgradstufen praktisch bedeuten

Das ist die auffälligste Zahl im Datenblatt und keine Marketing-Größe. Beim Espresso entscheidet der Mahlgrad über die Durchlaufzeit, und die Durchlaufzeit über den Geschmack. Ein feineres Mahlgut bremst das Wasser, die Extraktionszeit steigt, der Espresso wird kräftiger und süßer. Wird es zu fein, kippt er in die Überextraktion und schmeckt bitter.

Genau in dieser Zone brauchst Du feine Abstufungen. Bei einer Mühle mit 15 Stufen springt die Durchlaufzeit von Stufe zu Stufe leicht um mehrere Sekunden, und die passende Einstellung liegt dann zwischen zwei Rastern. Mit 60 Stufen verkleinert sich jeder Schritt entsprechend. Zum Vergleich: Der Sage Barista Pro bietet 30 Stufen, der Sage Barista Express 16, die De’Longhi La Specialista Arte laut Hersteller 15.

Eine Einschränkung nennt die Anleitung ausdrücklich: Der Mahlgrad darf nur während des Mahlvorgangs verstellt werden. Du drehst also bei laufendem Mahlwerk am Knopf, im Uhrzeigersinn gröber, dagegen feiner. Wie Du Dich systematisch an die richtige Einstellung herantastest, steht in unserem Ratgeber Siebträger-Mahlgrad einstellen.

Die Waage: mitgedacht, aber nicht konsequent

Hier liegt der eigentümlichste Punkt dieser Maschine. Im Mahlauslass, dort wo der Siebträger einhängt, sitzt eine integrierte Waage. Sie zeigt die gemahlene Menge in Gramm an, und das ist genau der Wert, den ein Espresso braucht: 11 bis 13 g fürs 1-Tassen-Sieb, 17 bis 19 g fürs 2-Tassen-Sieb, so nennt es WMF selbst.

Was die Waage nicht tut: dosieren. Die Kaffeemenge steuert die Maschine über die Mahldauer in Sekunden, ab Werk 8 Sekunden für eine Tasse und 12 für zwei. Die Waage misst hinterher nach. Das ist ein Unterschied mit Folgen, denn die Mahldauer ist keine stabile Größe: Wie viel Gramm in acht Sekunden fallen, hängt vom Mahlgrad, vom Röstgrad, vom Ölgehalt und vom Füllstand im Bohnenbehälter ab. WMF weist selbst darauf hin, dass Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Kaffeemehlreste in der Mühle zu Abweichungen führen.

In der Praxis heißt das: Du liest den Grammwert ab, korrigierst die Mahldauer um eine Sekunde, prüfst erneut. Nach zwei bis drei Durchgängen sitzt die Dosis für die aktuelle Bohne. Beim Wechsel auf eine andere Röstung beginnt das Spiel von neuem. Eine gravimetrische Dosierung, die selbstständig bei 18 g abschaltet, wäre der konsequente Schritt gewesen. So bleibt die Waage ein gutes Messinstrument mit manueller Nachführung.

Dass dieser Schritt machbar ist, zeigt die Ninja Luxe Café Premier: Ihre Waage dosiert nach Gewicht, und sie kostet rund 430 € weniger. Bei einer Maschine für 879 €, die die Waage im Datenblatt prominent führt, ist das eine vermeidbare Halbheit.

Das Manometer und warum es mehr ist als Zierde

Die Pumpe leistet 15 bar, wie bei fast allen Maschinen dieser Klasse. Am Kaffeemehl sollen davon aber nur 7 bis 11 bar ankommen, idealerweise konstant 9 bar, so steht es in der WMF-Anleitung. Genau diesen Wert zeigt das Manometer während der Extraktion an.

Das macht die Anzeige zum Diagnosewerkzeug. Zeigt der Zeiger deutlich unter 9 bar, ist das Mahlgut zu grob oder die Dosis zu klein: Das Wasser läuft zu leicht durch, der Espresso wird sauer und dünn. Steht der Zeiger oben und die Durchlaufzeit reißt über 30 Sekunden, ist es zu fein. Die Zielmarke lautet laut WMF: 20 bis 30 Sekunden Durchlaufzeit, optimal 25. Warum die Bar-Zahl auf dem Karton so wenig über die Maschine aussagt, erklärt unser Ratgeber Wie viel bar braucht eine Espressomaschine?.

Brühtemperatur von 89 bis 96 °C: der Hebel, den die meisten haben

Dass die Brühtemperatur frei in Schritten zwischen 89 und 96 °C wählbar ist, gehört zu den stärksten Argumenten dieser Maschine. Ab Werk sind 92 °C eingestellt. WMF gibt dazu eine klare Richtung: Der untere Bereich von 89 bis 92 °C hebt Säure und fruchtige Noten hervor und eignet sich für dunkle Röstungen, bei denen man Bitterkeit vermeiden will. Der obere von 92 bis 96 °C löst mehr Röstaromen und Karamellnoten und passt zu hellen Röstungen.

Dazu kommt die Vorbrühzeit, ab Werk 2 Sekunden. Beim Vorbrühen wird das Kaffeemehl drucklos befeuchtet und darf quellen, bevor der volle Druck einsetzt. Eine längere Vorbrühzeit bringt weichere, komplexere Aromen und passt zu hellen Röstungen; eine kürzere betont die Kraft dunkler Röstungen. Welche Temperatur zu welcher Bohne gehört, vertieft unser Ratgeber Kaffee brühen: die richtige Temperatur.

Doppel-Thermoblock: zwei Heizkreise sparen Wartezeit

Die Espresso Pro arbeitet mit zwei getrennten Heizkreisen, einem für das Brühwasser und einem für den Dampf. Der Unterschied zeigt sich beim Cappuccino. Eine Maschine mit einem einzigen Heizkreis muss nach dem Espresso erst auf Dampftemperatur hochheizen, weil Dampf deutlich heißer sein muss als Brühwasser. Das kostet je nach Gerät eine halbe bis eineinhalb Minuten, in denen der Espresso in der Tasse abkühlt.

Hier schäumst Du direkt nach dem Bezug auf. Der Preis dafür steht im Anschlusswert: 2.820 bis 3.320 W. Das ist mehr als das Doppelte eines Vollautomaten und verlangt eine Leitung, die nicht schon mit Wasserkocher und Toaster auf derselben Sicherung hängt.

Milchschaum bleibt Handarbeit

Die Maschine hat eine klassische Dampflanze, ein Edelstahl-Milchkännchen liegt bei. Eine Automatik gibt es nicht, und das ist bei diesem Maschinentyp die bewusste Entscheidung: WMF formuliert selbst, dass Tampen und Milchaufschäumen “dem Handwerk des Home-Baristas vorbehalten” bleiben.

Die Anleitung gibt zwei nützliche Marken mit. Luft zieht man ein, solange die Milch handwarm bei etwa 35 °C ist, danach hält man die Strudelbewegung aufrecht. Und die Milch sollte nicht über 65 °C kommen, weil der Schaum darüber grobporig wird und die Milch süßlich-kochig schmeckt. Wie Du daraus Latte Art gießt, zeigt unser Ratgeber zu Milchschaum-Mustern; die Technik am Siebträger vertieft der Artikel Cappuccino mit dem Siebträger.

Pflege: Antistatik, herausnehmbarer Mahlkegel, Filterpflicht

Zwei Details erleichtern die Reinigung. Die Antistatik-Technologie soll Kaffeemehl davon abhalten, sich im Mahlauslass festzusetzen, und der Mahlkegel ist herausnehmbar: Du mahlst den Bohnenbehälter leer, drehst ihn ab und kommst an den Kegel. Warum das regelmäßig sein muss, erklärt unser Ratgeber Kaffeemühle reinigen: wie oft?.

Für die Brühseite liegt ein Blindsieb bei, damit läuft die Rückspülung. Wassertank, Bohnenbehälter, Auffangschale und Abtropfgitter reinigt man von Hand; die Auffangschale hat einen roten Schwimmer, der den Füllstand anzeigt. Die Reinigung der Brühgruppe im Detail beschreibt unser Artikel Siebträger-Brühgruppe reinigen.

Ein laufender Posten kommt dazu: Die Wasserfilterkartusche gehört laut WMF alle 2 Monate gewechselt, das Display meldet es über einen Filteralarm. Ein Installationswerkzeug liegt bei, nach dem Wechsel sollen rund 200 ml heißes Wasser durchlaufen. Ob Du den Filter überhaupt brauchst, hängt an Deiner Wasserhärte; die Werkseinstellung steht auf Härtebereich H4, und die Einordnung liefert unser Ratgeber Wasserhärte für Kaffee sowie der Artikel Welches Wasser für Espresso?.

Was WMF nicht ausweist

Zwei Werte fehlen in allen offiziellen Quellen, und beide sind kaufrelevant. Die Kapazität des Bohnenbehälters nennt WMF weder im Datenblatt noch in der Anleitung. Und der Durchmesser des Siebträgers steht nirgends: Mitgeliefert werden 1-Tassen-, 2-Tassen- und Blindsieb plus Trichteraufsatz, doch wer Zubehör wie einen bodenlosen Siebträger nachkaufen will, muss beim WMF-Service nachfragen. Bei einer Maschine, die sich ausdrücklich an Bastler richtet, ist das eine unnötige Lücke.

Der Preis und die Konkurrenz

Rund 879 €, und zwar überall: Amazon, OTTO und der WMF-Shop liegen praktisch gleich. Ein Preisvergleich bringt hier wenig, dafür ist der Blick zur Konkurrenz umso wichtiger. Der Sage Barista Pro kostet bei Amazon rund 629 € und bietet dasselbe Konzept aus Mahlwerk, Display und Dampflanze mit 30 Mahlstufen. Der Sage Barista Express liegt bei rund 490 € mit 16 Stufen. Die De’Longhi La Specialista Arte ist für rund 384 € zu haben.

Die WMF verlangt also einen Aufpreis von 250 € gegenüber dem direkten Konkurrenten. Bekommst Du dafür etwas? Ja: das doppelt so feine Mahlraster, die frei wählbare Brühtemperatur, das Manometer, die Waage und den zweiten Heizkreis. Ob diese Summe 250 € wert ist, hängt daran, wie weit Du beim Espresso gehen willst. Wer die Parameter wirklich ausreizt, findet hier die bessere Werkzeugkiste. Wer vor allem morgens einen ordentlichen Cappuccino will, bekommt den beim Barista Pro auch.

Alternativen im Vergleich

ModellMahlstufenBrühtemperaturWaageDruck-RückmeldungPreis
WMF Espresso Pro (dieses Modell)6089–96 °C frei wählbarja, zur KontrolleManometerum 879 €
Sage Barista Pro SES87830PID-geregelt, nicht wählbarneinkeineum 629 €
Sage Barista Express SES87516PID bei 93 °C, nicht wählbarneinManometerum 490 €
De’Longhi La Specialista Arte EC9155153 Stufenneinkeineum 384 €
Ninja Luxe Café Premier ES601EU2590–96 °C in 3 Stufenja, dosiert nach GewichtBarista Assist wertet den Druck ausum 449 €
Sage the Oracle Jet SES98545PID-geregelt, nicht wählbarmahlt, dosiert und tampt automatischkeineum 1.531 €

Die Espresso Pro hat das feinste Mahlraster und ist die einzige Maschine in dieser Übersicht, deren Brühtemperatur Du in Ein-Grad-Nähe selbst wählst. Sage regelt die Temperatur per PID sehr stabil, gibt sie Dir aber nicht in die Hand; die WMF liefert dafür mit Manometer und Sekundenanzeige die bessere Rückmeldung.

Unangenehm für WMF ist der Blick auf die Ninja Luxe Café Premier: Sie kostet rund 430 € weniger und dosiert tatsächlich nach Gewicht, statt die Menge nur zu messen. Dazu wertet ihr Barista Assist den Extraktionsdruck aus und schlägt selbst einen anderen Mahlgrad vor. Feiner mahlen, die Temperatur gradgenau setzen und den Druck selbst interpretieren kannst Du dort nicht, die Grundaufgabe “richtige Dosis ins Sieb” löst sie aber konsequenter.

Wer gar kein Mahlwerk in der Maschine will, weil er eine eigene Mühle besitzt, findet im Gaggia Classic Evo Pro für rund 499 € den klassischen Gegenentwurf.

Für wen sich die WMF Espresso Pro lohnt

Sie passt zu Einsteigern mit Ambition: Menschen, die sich bewusst gegen den Vollautomaten entschieden haben, aber nicht gleich Maschine und Mühle getrennt kaufen wollen. Das Display mit Grammwert, Extraktionszeit und Manometer-Anzeige ist dabei mehr als Dekoration, es macht die Ursachenkette von Mahlgrad über Druck zu Durchlaufzeit sichtbar. Genau dieses Ablesen und Nachjustieren ist der Weg, wie man Espresso lernt.

Weniger passend ist sie in zwei Fällen. Wer morgens auf Knopfdruck einen Cappuccino will, ohne zu tampen und zu schäumen, ist mit einem Vollautomaten schneller und glücklicher. Und wer bereits eine gute Espressomühle besitzt, zahlt hier für ein Mahlwerk mit, das er nicht braucht.

Fazit

Die WMF Espresso Pro ist eine ungewöhnlich komplett ausgestattete Einsteiger-Siebträgermaschine: 60 Mahlgradstufen, Brühtemperatur von 89 bis 96 °C, einstellbare Vorbrühzeit, Manometer, Waage im Mahlauslass und ein zweiter Heizkreis für den Dampf. Das ETM Testmagazin kam im Einzeltest 09/2025 auf “sehr gut” mit 94,5 %, und die Ausstattungsliste erklärt, warum.

Zwei Dinge trüben das Bild. Die Waage dosiert nicht, sie kontrolliert nur, die Menge steuert weiterhin eine Mahldauer in Sekunden. Und der Preis liegt rund 250 € über dem Sage Barista Pro, der ein sehr ähnliches Konzept verfolgt. Ab 879,99 € kaufst Du die feinere Abstimmung und die bessere Rückmeldung. Wenn Du vorhast, Deinen Espresso wirklich einzustellen statt ihn nur zu beziehen, ist dieser Aufpreis gut angelegt.

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Alle vier Extraktionsparameter sind einstellbar: Mahlgrad in 60 Stufen, Brühtemperatur von 89 bis 96 °C, Vorbrühzeit und Wassermenge
  • Manometer zeigt den Brühdruck live, damit lässt sich der Mahlgrad gezielt auf die 9 bar nachziehen
  • Display nennt Extraktionszeit in Sekunden und Mahlmenge in Gramm: die zwei Werte, an denen ein Espresso wirklich hängt
  • Doppel-Thermoblock: Kein Warten zwischen Brühen und Milchschäumen, beide Kreise heizen getrennt
  • 60 Mahlgradstufen sind das feinste Raster in dieser Preisklasse, Sage bietet 30 und De’Longhi 15
  • Mahlkegel herausnehmbar, Antistatik-Technologie hält den Mahlauslass sauber
  • Kompletter Barista-Werkzeugsatz liegt bei, inklusive Tamper, Trichteraufsatz, Blindsieb und drei Reinigungshelfern
  • ETM Testmagazin vergab im Einzeltest 09/2025 die Note "sehr gut" mit 94,5 %

Das spricht dagegen

  • Rund 879 €: Der Sage Barista Pro mit Mahlwerk und Display kostet bei Amazon rund 629 €, der Barista Express rund 490 €
  • Die Waage kontrolliert nur, dosiert aber nicht: Die Kaffeemenge steuert die Maschine über die Mahldauer in Sekunden. Die rund 430 € günstigere Ninja Luxe Café Premier dosiert nach Gewicht
  • Mahlgrad lässt sich laut Anleitung ausschließlich während des Mahlvorgangs verstellen
  • Kapazität des Bohnenbehälters und Durchmesser des Siebträgers weist WMF nicht aus
  • Milchschaum bleibt Handarbeit an der Dampflanze, eine Automatik gibt es nicht
  • Mit 13,7 kg und 34,6 cm Tiefe braucht die Maschine einen festen Platz auf der Arbeitsplatte
  • Wasserfilter alle 2 Monate: laufende Kosten, die bei Siebträgern ohne Filter entfallen

Bewertung im Detail

Preis-Leistung 3,5
Ausstattung 4,5
Bedienung 4,0
Pflege und Wartung 4,0
Kaffeezubereitung 4,5

Gesamtwertung: 4,1 / 5

Häufige Fragen

Was kostet die WMF Espresso Pro?

Amazon und OTTO verlangen im September 2026 je rund 879 €, das Amazon-Angebot kommt direkt von WMF. Im WMF-Shop selbst steht sie mit 879,99 € praktisch gleich. Die Preise liegen damit dicht beieinander, ein Preisvergleich lohnt hier weniger als bei anderen Geräten.

Wie viele Mahlgradstufen hat die WMF Espresso Pro?

60, eingestellt am Drehknopf oberhalb des Mahlauslasses. Stufe 1 mahlt sehr fein, Stufe 60 sehr grob. Das ist das feinste Raster in dieser Preisklasse: Der Sage Barista Pro bietet 30 Stufen, der Barista Express 16, die De’Longhi La Specialista Arte 15. Wichtig laut Anleitung: Der Mahlgrad darf nur während des Mahlvorgangs verändert werden.

Wie funktioniert die Waage der WMF Espresso Pro?

Die Waage sitzt im Mahlauslass, wo der Siebträger einhängt, und zeigt die gemahlene Menge in Gramm an. Sie dient der Kontrolle, nicht der Dosierung: Wie viel Kaffee die Maschine mahlt, steuert die eingestellte Mahldauer in Sekunden (ab Werk 8 s für eine Tasse, 12 s für zwei). Während des Mahlens darfst Du den Siebträger nicht anfassen oder anheben, sonst zeigt die Waage falsche Werte.

Welche Brühtemperatur stellt man an der WMF Espresso Pro ein?

Der Bereich reicht von 89 bis 96 °C, ab Werk sind 92 °C eingestellt. WMF nennt dazu eine klare Regel: 89 bis 92 °C heben Säure und fruchtige Noten hervor und passen zu dunklen Röstungen, 92 bis 96 °C holen mehr Röstaromen und Karamellnoten heraus und passen zu hellen Röstungen.

Wie viel Kaffeemehl gehört in den Siebträger der Espresso Pro?

WMF nennt 11 bis 13 g für das 1-Tassen-Sieb und 17 bis 19 g für das 2-Tassen-Sieb. Getampert wird mit 10 bis 15 kg Druck, eine Tampermatte ist in den Siebträger integriert. Die Zielwerte für die Extraktion: 20 bis 30 Sekunden Durchlaufzeit, optimal 25 Sekunden, bei 7 bis 11 bar, idealerweise konstant 9 bar.

Was bringt der Doppel-Thermoblock der WMF Espresso Pro?

Zwei getrennte Heizkreise: einer für das Brühwasser, einer für den Dampf. Maschinen mit nur einem Heizkreis müssen nach dem Espresso erst auf Dampftemperatur hochheizen, was Wartezeit kostet. Hier kannst Du direkt nach dem Bezug die Milch aufschäumen, ohne auf die Maschine zu warten.

Hat die WMF Espresso Pro eine automatische Milchaufschäumung?

Nein. Die Maschine hat eine klassische Dampflanze, das Aufschäumen bleibt Handarbeit. Ein Milchkännchen aus Edelstahl liegt bei. Laut Anleitung sollte die Milch dabei nicht über 65 °C kommen; Luft zieht man ein, solange sie noch handwarm ist, also bis etwa 35 °C.

Welchen Siebträger-Durchmesser hat die WMF Espresso Pro?

WMF weist den Durchmesser weder im Datenblatt noch in der Bedienungsanleitung aus. Mitgeliefert werden ein 1-Tassen-Sieb, ein 2-Tassen-Sieb und ein Blindsieb sowie ein Trichteraufsatz. Wer Zubehör wie einen bodenlosen Siebträger nachkaufen will, sollte vorher beim WMF-Service nachfragen.

Wie wird die WMF Espresso Pro gereinigt?

Für die Brüheinheit liegt ein Blindsieb bei, damit läuft die Rückspülung. Wassertank, Bohnenbehälter, Auffangschale und Abtropfgitter reinigt man von Hand mit mildem Mittel. Den Mahlkegel kannst Du herausnehmen, dafür wird der Bohnenbehälter zuvor leer gemahlen und abgedreht. Der Wasserfilter gehört laut WMF alle 2 Monate gewechselt, das Display meldet es.

Für wen lohnt sich die WMF Espresso Pro?

Für Einsteiger, die sofort mit allen vier Extraktionsparametern arbeiten wollen, ohne erst eine separate Mühle zu kaufen: 60 Mahlstufen, Brühtemperatur, Vorbrühzeit und Wassermenge liegen alle im Menü, das Manometer gibt die Rückmeldung. Wer nur einen guten Espresso auf Knopfdruck will, ist mit einem Vollautomaten besser bedient. Und wer vor allem sparen will, bekommt mit dem Sage Barista Pro für rund 250 € weniger ein ähnliches Konzept.

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