Guten Kaffee liefern auch Haushaltsgeräte. Im kleinen Büro hängt die Wahl des Kaffeevollautomaten deshalb vor allem daran, wie oft jemand Wasser nachfüllen, Bohnen auffüllen und den Satzbehälter leeren muss. Diese Seite rechnet das für 10 und 20 Tassen am Tag durch und ordnet dazu Garantie, Steuer und Pflegeaufwand ein.
Was ein kleines Büro beim Kaffee bedeutet
Mit „klein” sind hier Teams von drei bis zehn Personen gemeint, also die Agentur im Altbau, die Praxis mit Empfang oder das Handwerksbüro neben der Werkstatt. Die maßgebliche Größe für die Geräteauswahl ist die Tassenzahl am Tag.
Der Deutsche Kaffeeverband weist für 2025 einen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 161 Litern aus, das ergibt über die ganze Woche gerechnet etwa 3,5 Tassen am Tag (die Herleitung steht im Beitrag zum Kaffeekonsum in Deutschland). Ein Teil davon fällt am Frühstückstisch und am Wochenende an. Für die Planung im Büro hat sich deshalb eine Rechengröße von zwei bis drei Tassen je Person und Arbeitstag bewährt.
| Teamgröße | Tassen am Tag | Bohnen am Tag | Wasser am Tag | Kaffeesatz am Tag |
|---|---|---|---|---|
| 3 bis 4 Personen | rund 10 | rund 80 g | rund 1,5 l | 10 Portionen |
| 6 bis 8 Personen | rund 20 | rund 160 g | rund 3 l | 20 Portionen |
| 10 Personen | 20 bis 30 | 160 bis 240 g | 3 bis 4,5 l | 20 bis 30 Portionen |
Grundlage sind 8 g Kaffee und 150 ml Wasser je Tasse. Wer große Becher füllt, braucht entsprechend mehr Wasser, bei gleicher Bohnenmenge. Das Spülwasser, das viele Geräte beim Ein- und Ausschalten durch den Auslauf schicken, kommt noch obendrauf.
Der Engpass sitzt im Vorrat
Ein Haushaltsgerät brüht eine Tasse genauso gut, ob es am Tag drei oder zwölf davon macht. Die Brühgruppe, das Mahlwerk und die Pumpe sind für diese Mengen ausgelegt. Was im Büro an Grenzen stößt, sind die drei Behälter: Wassertank, Bohnenbehälter und Satzbehälter. Jeder davon muss regelmäßig jemand in die Hand nehmen, und genau diese Handgriffe bleiben im Büroalltag gern liegen.
Die Behältergrößen unterscheiden sich stärker, als es die Preisklassen vermuten lassen. Einige Beispiele aus unseren Rezensionen und dem Profi-Einstieg:
| Gerät | Wassertank | Bohnenbehälter | Satzbehälter |
|---|---|---|---|
| JURA E8 | 1,9 l | 280 g | 16 Portionen |
| JURA E4 | 1,9 l | 280 g | 16 Portionen |
| Siemens EQ700 | 2,4 l | 320 g | keine Herstellerangabe |
| JURA Z10 | 2,4 l | 280 g | 20 Portionen |
| Krups Intuition Experience+ | 3,0 l | 250 g | 9 Portionen |
| JURA WE6 (Profi-Einstieg) | 3,0 l | 500 g | 25 Portionen |
Der Krups zeigt, warum sich ein Blick auf alle drei Werte lohnt: Der 3-Liter-Tank ist büroreif, der Satzbehälter mit 9 Portionen ist bei 10 Tassen am Tag dagegen jeden Tag voll. Der kleinste Behälter bestimmt den Takt.
Kaffeevollautomat für 10 Tassen pro Tag: die Rechnung
Wie oft muss jemand ran? Die Rechnung ist einfach: Wochenbedarf geteilt durch Behältergröße. Bei 10 Tassen an fünf Arbeitstagen sind das 7,5 Liter Wasser, 400 g Bohnen und 50 Portionen Kaffeesatz pro Woche.

Bei 20 Tassen am Tag braucht ein Haushaltsgerät rund 17 Handgriffe pro Woche, ein Gerät mit größeren Behältern rund 11.
Für ein Gerät der Klasse JURA E8 mit 1,9 Litern, 280 g und 16 Portionen ergibt das rund vier Tankfüllungen, eineinhalb Bohnenfüllungen und drei Satzleerungen pro Woche. Zusammen sind das etwa acht Handgriffe, also mehr als einer pro Arbeitstag. Das ist im kleinen Team gut zu stemmen, vor allem, wenn eine Person morgens kurz nach der Maschine schaut.
Bei 20 Tassen am Tag verdoppelt sich alles: rund 17 Handgriffe pro Woche, der Tank ist fast jeden Tag zweimal leer und der Satzbehälter täglich voll. Ein Gerät mit 3-Liter-Tank, 500 g Bohnen und 25 Portionen Satzbehälter kommt bei derselben Menge auf rund 11. An dieser Stelle beginnt die Profi-Klasse sich zu rechnen.
Zwei Dinge verschiebt die Rechnung im Alltag noch: Die Tropfschale füllt sich mit dem Spülwasser mit, und viele Teams leeren den Satzbehälter ohnehin jeden Abend, damit der feuchte Kaffeesatz nicht über Nacht darin steht. Die Zahlen sind deshalb die Untergrenze.
Haushaltsgerät oder Profi-Einstieg
Für Haushaltsgeräte weisen die Hersteller keine Tagesleistung aus. Auch in den Datenblättern der rund 60 Vollautomaten, die wir rezensiert haben, fehlt ein solcher Wert. Profi-Geräte tragen dagegen eine empfohlene Tageshöchstleistung. JURA gibt sie zum Beispiel so an:
| Gerät | Tageshöchstleistung | Tank / Bohnen / Satz | Milch | Preis im JURA-Shop |
|---|---|---|---|---|
| JURA WE6 | 30 Tassen | 3 l / 500 g / 25 | ohne Milchsystem | 1.295 € |
| JURA WE8 | 30 Tassen | 3 l / 500 g / 25 | mit Milchsystem | 1.795 € |
Die WE6 ist technisch nah an der JURA E4 aus dem Haushaltsprogramm: gleiche Brüheinheit für 5 bis 16 g, gleiches Mahlwerk, 15 bar Pumpe. Der Aufpreis steckt in den größeren Behältern, einer Programmiersperre gegen versehentliches Verstellen und dem ausdrücklich vorgesehenen Einsatz in Büro, Werkstatt und Geschäftsräumen.
Daraus ergibt sich eine klare Staffel:
- 3 bis 5 Personen, bis rund 10 Tassen: Haushaltsgerät mit mindestens 1,8 Litern Tank und 14 Portionen Satzbehälter. Große Behälter wiegen hier mehr als ein großes Getränkemenü.
- 6 bis 10 Personen, 15 bis 30 Tassen: Profi-Einstieg wie WE6 oder WE8, alternativ ein Haushaltsgerät der Oberklasse mit festem Pflegeplan im Team.
- Ab rund 30 Tassen: Hier beginnt die nächste Geräteklasse. Was bei 50 Tassen am Tag zählt, steht im Beitrag zum Kaffeevollautomaten für 50 Tassen am Tag.
Mit oder ohne Milch
Die wichtigste Frage nach der Größe ist die Milch. Ein Milchsystem braucht im Büro eine feste Zuständigkeit: Nach jedem Milchgetränk läuft ein Spülprogramm, einmal am Tag gehören Behälter und Schlauch unter fließendes Wasser, und einmal pro Woche wird die Aufschäumeinheit zerlegt und eingeweicht. Die Abläufe im Detail stehen im Beitrag zum Milchsystem reinigen.
Viele kleine Büros fahren deshalb gut mit einem Gerät ohne Milchsystem und einem Liter Milch im Kühlschrank. Welche Geräte dafür in Frage kommen und was man dabei spart, steht im Beitrag zum Kaffeevollautomaten fürs Büro ohne Milch.
Worauf es bei der Ausstattung im Büro ankommt
Über die Behälter hinaus sind es einige Details, die im Alltag den Unterschied machen:
- Heißwasser: Im Büro trinkt immer jemand Tee. Ein eigener Heißwasserauslauf erspart den Wasserkocher daneben.
- Zweitassenbezug: Kommen zwei Personen gleichzeitig zur Maschine, halbiert er die Wartezeit.
- Höhenverstellbarer Auslauf: Bürobecher sind höher als Espressotassen. JURA gibt bei WE6 und E4 einen Bereich von 65 bis 111 mm an.
- Pulverschacht: Wer entkoffeinierten Kaffee anbieten will, braucht ihn, sonst müsste der Bohnenbehälter umgefüllt werden.
- Herausnehmbare oder feste Brühgruppe: Eine herausnehmbare Brühgruppe will wöchentlich unter den Wasserhahn, eine feste reinigt sich über Programme und Tabletten. Im Büro, wo sich niemand zuständig fühlt, ist die feste Bauart oft die robustere Wahl. Der Unterschied steht im Beitrag Brühgruppe herausnehmbar oder fest.
- Sperrfunktionen: Profi-Geräte lassen sich so einstellen, dass Mahlgrad und Füllmengen nur mit einer Tastenkombination veränderbar sind. Im Team verhindert das, dass jeder die Maschine nach eigenem Geschmack umstellt.
Garantie bei gewerblicher Nutzung
Ein Punkt, den viele erst im Schadensfall bemerken: Die Herstellergarantie von Haushaltsgeräten ist auf den Einsatz im Haushalt zugeschnitten.
| Hersteller | Regelung für gewerbliche Nutzung |
|---|---|
| JURA | 25 Monate für Haushaltsgeräte, bei gewerblicher Nutzung 12 Monate |
| De’Longhi | gewerblich genutzte Produkte und Käufe durch Nicht-Verbraucher sind von der Herstellergarantie ausgenommen |
| Siemens | keine Garantie für Mängel durch nicht haushaltsübliche Nutzung |
Die Herstellergarantie ist eine freiwillige Leistung. Die gesetzliche Mängelhaftung gegenüber dem Händler läuft unabhängig davon weiter. Wer im Büro auf Nummer sicher gehen will, kauft ein Gerät, dessen Hersteller den Einsatz im Betrieb ausdrücklich vorsieht, oder liest vor dem Kauf die Garantiebedingungen des jeweiligen Herstellers.
Steuer, Abschreibung und Prüfpflicht
Drei Regeln betreffen fast jedes Büro, das eine Kaffeemaschine aufstellt:
- Kaffee ist lohnsteuerfrei. Getränke, die der Arbeitgeber zum Verzehr im Betrieb unentgeltlich überlässt, gelten nach R 19.6 der Lohnsteuer-Richtlinien als Aufmerksamkeit.
- Bis 800 Euro netto sofort absetzbar. Ein Gerät bis zu dieser Grenze ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut nach § 6 Abs. 2 EStG und kann im Jahr der Anschaffung voll abgesetzt werden. Ein Gerät für 950 Euro brutto kostet netto rund 798 Euro und liegt damit knapp darunter.
- Regelmäßige Prüfung. Als ortsveränderliches elektrisches Gerät fällt der Kaffeevollautomat unter die DGUV Vorschrift 3. Die Durchführungsanweisung nennt einen Richtwert von sechs Monaten, der sich bei geringer Fehlerquote verlängern lässt, in Büros bis auf höchstens zwei Jahre. Die konkrete Frist legt der Arbeitgeber in seiner Gefährdungsbeurteilung fest.
Das ist eine Übersicht zur Orientierung. Für die eigene Buchhaltung ist die Steuerberatung der richtige Ansprechpartner.
Was eine Tasse im Büro kostet
Der größte laufende Posten sind die Bohnen. Mit 8 g je Tasse und Bohnen für 15 bis 25 Euro pro Kilo kostet eine Tasse 12 bis 20 Cent Kaffee. Hochgerechnet auf ein kleines Büro:
| Tassen am Tag | Tassen im Jahr (220 Arbeitstage) | Bohnen im Jahr | Bohnenkosten im Jahr |
|---|---|---|---|
| 10 | 2.200 | 17,6 kg | 260 bis 440 € |
| 20 | 4.400 | 35,2 kg | 530 bis 880 € |
| 30 | 6.600 | 52,8 kg | 790 bis 1.320 € |
Dazu kommen Entkalker, Reinigungstabletten, gegebenenfalls Milchsystemreiniger und Wasserfilter. Für einen Haushalt mit vier Tassen am Tag liegen diese Posten bei 50 bis 120 Euro im Jahr, im Büro fallen sie mit der Tassenzahl häufiger an. Die einzelnen Beträge und die Werkstattpreise stehen im Beitrag zu den Wartungskosten eines Kaffeevollautomaten. Werkstätten empfehlen für Büros eine Wartung einmal im Jahr oder nach rund 5.000 Bezügen. Bei 20 Tassen am Tag ist diese Marke nach gut einem Jahr erreicht.
Fazit
Für ein kleines Büro mit bis zu rund 10 Tassen am Tag ist ein gutes Haushaltsgerät die wirtschaftliche Lösung, solange Tank, Bohnen- und Satzbehälter großzügig ausfallen und der kleinste der drei nicht unter 14 Portionen liegt. Ab etwa 20 Tassen lohnt sich die Profi-Einstiegsklasse: Sie senkt die Handgriffe um rund ein Drittel und ist vom Hersteller für den Einsatz im Betrieb vorgesehen. Vor dem Kauf lohnen zwei Entscheidungen im Team: ob es ein Milchsystem sein soll und wer sich um die Maschine kümmert. Wer schon ein Gerät im Blick hat, findet die Behälterwerte in der Rezension der JURA E8 und in den übrigen Vollautomaten-Rezensionen jeweils in der Datentabelle.
Häufige Fragen
Reicht ein normaler Kaffeevollautomat für ein kleines Büro?
Bis etwa 10 Tassen am Tag ja, wenn Tank, Bohnenbehälter und Satzbehälter groß genug sind. Ein Gerät mit 1,9 Litern Wasser, 280 g Bohnen und 16 Portionen Satzbehälter muss bei 10 Tassen am Tag rund achtmal pro Woche nachgefüllt oder geleert werden. Ab etwa 20 Tassen verdoppelt sich das, dann lohnt der Blick auf die Profi-Einstiegsklasse mit 3-Liter-Tank und 25 Portionen Satzbehälter.
Wie viele Tassen Kaffee trinkt ein Büro am Tag?
Der Deutsche Kaffeeverband weist für 2025 rund 161 Liter pro Kopf aus, das sind etwa 3,5 Tassen am Tag über die ganze Woche. Für die Planung im Büro hat sich eine Rechengröße von zwei bis drei Tassen je Person und Arbeitstag bewährt. Ein Team aus vier Personen landet damit bei rund 10 Tassen, eines mit zehn Personen bei 20 bis 30.
Gilt die Herstellergarantie, wenn der Kaffeevollautomat im Büro steht?
Das regelt jeder Hersteller selbst. JURA gewährt für Haushaltsgeräte 25 Monate Garantie, bei gewerblicher Nutzung 12 Monate. De’Longhi schließt gewerblich genutzte Produkte aus seiner Herstellergarantie aus, Siemens nimmt Mängel durch nicht haushaltsübliche Nutzung aus. Die gesetzliche Mängelhaftung des Händlers ist davon getrennt und bleibt bestehen.
Muss ich Kaffee für Mitarbeitende versteuern?
Nein. Getränke, die der Arbeitgeber zum Verzehr im Betrieb unentgeltlich überlässt, gelten nach R 19.6 der Lohnsteuer-Richtlinien als Aufmerksamkeit und bleiben lohnsteuerfrei. Das gilt für Kaffee, Tee und Wasser gleichermaßen. Für Einzelfragen zur eigenen Buchhaltung ist die Steuerberatung der richtige Ansprechpartner.
Kann ich den Kaffeevollautomaten sofort abschreiben?
Liegt der Nettopreis bei höchstens 800 Euro, kann er als geringwertiges Wirtschaftsgut nach § 6 Abs. 2 EStG im Jahr der Anschaffung voll abgesetzt werden. Ein Gerät für 950 Euro brutto kostet netto rund 798 Euro und fällt damit noch darunter. Teurere Geräte werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben.
Was kostet eine Tasse Kaffee aus dem Büro-Vollautomaten?
Die Bohnen machen den größten Teil aus. Bei 8 g je Tasse und Bohnen für 15 bis 25 Euro pro Kilo kostet eine Tasse 12 bis 20 Cent. Ein Büro mit 10 Tassen an rund 220 Arbeitstagen verbraucht etwa 17,6 kg Bohnen im Jahr, also 260 bis 440 Euro. Pflegemittel, Filter und Strom kommen mit einem niedrigen dreistelligen Betrag dazu.
Muss ein Kaffeevollautomat im Büro geprüft werden?
Ja, er zählt als ortsveränderliches elektrisches Betriebsmittel und fällt unter die DGUV Vorschrift 3. Die Durchführungsanweisung nennt als Richtwert sechs Monate, bei einer Fehlerquote unter 2 Prozent darf verlängert werden, in Büros bis auf höchstens zwei Jahre. Die konkrete Frist legt der Arbeitgeber in der Gefährdungsbeurteilung fest.
Braucht ein kleines Büro einen Festwasseranschluss?
Bei 10 bis 20 Tassen am Tag meistens nicht. Ein 3-Liter-Tank reicht dann für ein bis zwei Arbeitstage. Festwasser lohnt sich eher ab 50 Tassen aufwärts, wenn der Tank sonst mehrmals täglich nachgefüllt werden müsste, und setzt einen Wasseranschluss in Gerätenähe voraus.