Milchsystem reinigen mit Hausmitteln: was wirkt, was schadet

Spülmittel, Waschsoda, Natron, Essig: welches Hausmittel Eiweiß, Fett oder Milchstein löst, was Hersteller erlauben und wie heiß das Wasser sein darf.

Kaffeevollautomaten Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Was sich im Milchsystem festsetzt
  2. Was ein Milchsystemreiniger chemisch macht
  3. Die Hausmittel im Überblick
  4. Spülmittel: das beste Alltagsmittel
  5. Waschsoda: der Wirkstoff aus dem Originalreiniger
  6. Natron und Backpulver: zu schwach für den Film
  7. Essig und Zitronensäure: nur für Milchstein
  8. Gebissreiniger und Spülmaschinentabs
  9. Die richtige Wassertemperatur
  10. Was nie ins Milchsystem gehört
  11. Hausmittel und Pflegeprogramm zusammen
  12. Fazit
  13. Häufige Fragen

Der Milchsystemreiniger ist leer, der Cappuccino riecht schon leicht säuerlich, und im Schrank stehen Essig, Natron und Spülmittel. Einige dieser Hausmittel wirken erstaunlich gut, andere lassen den Belag erst richtig festwerden. Diese Seite zeigt, was die Originalreiniger chemisch leisten, welches Hausmittel davon welchen Teil übernimmt und wo die Grenze liegt.

Was sich im Milchsystem festsetzt

Milch bringt drei Stoffgruppen mit, die sich im Gerät unterschiedlich verhalten: Eiweiß, Fett und Mineralsalze, dazu Milchzucker. Nach jedem Bezug bleiben im Ansaugschlauch, in der Aufschäumeinheit und an der Dampfdüse Reste zurück, und die bauen sich in Lagen auf.

  • Lose Reste stehen als Milch im Kanal. Das Spülprogramm nach dem Bezug schwemmt sie heraus.
  • Der Fett-Eiweiß-Film haftet an der Wand. Er entsteht, wenn Milch antrocknet oder erhitzt wird, und wächst mit jedem Bezug. Wasser allein löst ihn nicht.
  • Milchstein sitzt direkt auf der Oberfläche an heißen Stellen, also dort, wo Dampf auf Milch trifft. Laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) besteht er zu rund 60 Prozent aus Mineralsalzen, 30 Prozent aus Fett und 10 Prozent aus Eiweiß.

In diesem Belag finden Keime Halt. JURA schreibt in seinen Anleitungen, die Feinschaumdüse müsse aus hygienischen Gründen täglich zerlegt und gespült werden, wenn Milch zubereitet wurde.

Schnitt durch die Wand eines Milchschlauchs mit drei Belagschichten, daneben die Wirkung von sieben Mitteln. Lose Reste lösen alle Mittel, Säure lässt sie teilweise gerinnen. Den Fett-Eiweiß-Film lösen Waschsoda und Milchsystemreiniger, Spülmittel und Aktivsauerstoff teilweise, Wasser, Natron und Säure kaum. Milchstein löst Säure, Waschsoda und Milchsystemreiniger teilweise. Darunter eine Temperaturskala: um 30 Grad vorspülen, 40 bis 45 Grad einweichen, über 70 Grad gerinnt Eiweiß und haftet.

Jede Schicht braucht ihre eigene Chemie. Waschsoda kommt dem Milchsystemreiniger am nächsten, weil sie dessen Hauptwirkstoff ist.

Was ein Milchsystemreiniger chemisch macht

Wer ein Hausmittel sucht, sollte wissen, was es ersetzen soll. Die Produktinformationsblätter von JURA legen die Zusammensetzung offen.

ProduktInhaltsstoffe laut HerstellerWirkprinzip
JURA Milchsystem-Reiniger, flüssigWasser, Natriumcarbonat, amphoteres Tensid, Natriumpolyacrylat, KaliumhydroxidLauge plus Tensid, pH 11,0 bis 11,5 bei 10 ml je Liter
JURA Milchsystem-Reiniger Mini-TabsZitronensäure, Natriumcarbonat, Natriumcitrat, Natriumsulfat, Natriumpercarbonat, Natriumlaurylsulfat, Ceteareth-25, TAEDLauge, Tenside und Aktivsauerstoff

Daraus ergeben sich drei Wirkprinzipien, die ein guter Milchreiniger bündelt:

  1. Lauge. Im basischen Milieu quellen Eiweißfilme auf und lösen sich, Fette werden teilweise verseift. JURA bezeichnet beide Produkte ausdrücklich als alkalische Reiniger.
  2. Tensid. Es löst Fett von der Oberfläche und hält es in der Lösung, damit es beim Nachspülen hinausgeht.
  3. Aktivsauerstoff. Natriumpercarbonat setzt mit dem Aktivator TAED Sauerstoff frei, der Eiweißreste und Verfärbungen oxidativ abbaut.

Die Zitronensäure in den Tabs sorgt vor allem dafür, dass die Tablette im Wasser sprudelnd zerfällt. In der fertigen Lösung überwiegt das Soda, das Ergebnis ist alkalisch. In der Gastronomie gibt es zusätzlich saure Milchsystemreiniger, etwa Urnex Rinza in der Acid-Variante, die gezielt gegen mineralische Ablagerungen an Dampflanzen arbeiten. Die LfL beschreibt für Melkanlagen denselben Ansatz: alkalisch gegen Eiweiß und Fett, sauer gegen Kalk und Mineralsalze.

Die Hausmittel im Überblick

HausmittelChemielöstdurch das Gerätfür abnehmbare Teile
lauwarmes Wasserneutrallose Resteja, als Spülprogrammja
SpülmittelTensideFett, lose Restenein, schäumtja, erste Wahl
Waschsodaalkalisch, pH um 11,5Eiweiß, Fettneinja, als Einweichlösung
Natronschwach alkalisch, pH um 8,3kaumneinnur als Paste außen
EssigsauerKalk, Milchsteinneineingeschränkt, nur Metall
ZitronensäuresauerKalk, Milchsteinneinja, kalt
GebissreinigerAktivsauerstoffEiweiß, Verfärbungneinja, gründlich nachspülen
SpülmaschineLauge, Enzyme, BleicheEiweiß, Fett, Verfärbungentfälltnur mit Freigabe

Die Spalte „durch das Gerät“ enthält fast überall ein Nein. Das hat einen einfachen Grund: Die Reinigungsprogramme dosieren eine feste Menge Lösung und spülen danach mit einer festen Menge Wasser nach, abgestimmt auf das Originalmittel. Eine selbst angesetzte Lösung läuft durch dasselbe Programm mit unbekannter Wirkung, und Schaum oder Kristalle können in den engen Kanälen hängen bleiben. JURA warnt in der Anleitung der E8 ausdrücklich vor Schäden am Gerät und Rückständen im Wasser durch falsche Reiniger.

Spülmittel: das beste Alltagsmittel

Handelsübliches Spülmittel enthält Tenside und löst damit genau den Anteil, der den Schaum im Alltag am meisten stört: das Milchfett. Für die abnehmbaren Teile ist es die erste Wahl, und manche Hersteller schreiben es selbst vor. Philips gibt in der Bedienungsanleitung der LatteGo-Geräte an, beide Teile nach jedem Gebrauch in der Spülmaschine oder unter lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel zu reinigen.

Seine Grenze liegt beim Eiweiß. Ein eingetrockneter Eiweißfilm geht mit Spülmittel allein nur mit Einweichen und etwas mechanischer Arbeit ab. Im Gerät selbst hat Spülmittel nichts verloren, weil es im Schlauchsystem schäumt und sich schwer vollständig ausspülen lässt. Im nächsten Getränk schmeckt das seifig.

Waschsoda: der Wirkstoff aus dem Originalreiniger

Waschsoda ist Natriumcarbonat, und genau dieser Stoff steht im JURA-Flüssigreiniger an erster Stelle nach dem Wasser. Eine einprozentige Lösung, also rund ein gestrichener Teelöffel (etwa 5 g) auf einen halben Liter warmes Wasser, liegt bei einem pH-Wert um 11,5 und damit im Bereich der Originallösung. Ein Tropfen Spülmittel ergänzt das Tensid, das Soda allein fehlt.

So setzt du die Lösung ein:

  1. Aufschäumeinheit, Milchschlauch und Milchbehälter-Deckel zerlegen.
  2. Alle Teile unter lauwarmem Wasser vorspülen.
  3. In der Soda-Lösung bei 40 bis 45 °C für 15 bis 20 Minuten einweichen.
  4. Feine Bohrungen mit einer weichen Bürste oder einem Zahnstocher nacharbeiten.
  5. Gründlich unter fließendem Wasser spülen und an der Luft trocknen lassen.

Drei Einschränkungen gehören dazu. Soda greift Aluminium an, Teile aus Aluminium oder mit lackierter Oberfläche bleiben draußen. Die Lösung reizt Augen und Haut, Handschuhe sind sinnvoll. Und Soda gehört in keinem Fall in Tank oder Milchweg des Geräts, dort bleibt der Originalreiniger zuständig.

Natron und Backpulver: zu schwach für den Film

Natron heißt chemisch Natriumhydrogencarbonat und reagiert nur schwach basisch. Eine Lösung liegt bei pH 8,3, also mehr als tausendmal weniger alkalisch als Soda. Gegen einen angetrockneten Eiweiß-Fett-Film ist das zu wenig. Backpulver enthält neben Natron ein Säuerungsmittel und ist damit in Lösung nahezu neutral.

Nützlich ist Natron an einer anderen Stelle: Als Paste mit wenigen Tropfen Wasser reibt es angetrocknete Milch außen an der Dampflanze ab, ohne die Oberfläche zu zerkratzen. In die Aufschäumeinheit gehört es nicht, weil ungelöste Kristalle in der Luftbohrung hängen bleiben können.

Essig und Zitronensäure: nur für Milchstein

Säuren lösen den mineralischen Anteil des Milchsteins, weil sie das Calcium aus den Phosphatsalzen holen. Auf frische Milchreste wirken sie dagegen ungünstig: Säure lässt Milcheiweiß gerinnen, derselbe Vorgang wie beim Quark. Wer Essig durch einen verschmutzten Milchschlauch schickt, verklebt den Belag im ersten Schritt zusätzlich.

Die Reihenfolge ist deshalb wichtig. Erst alkalisch reinigen und den Fett-Eiweiß-Film abtragen, dann bei Bedarf die weißen, harten Reste an Düse oder Dampflanze mit Säure behandeln. Für Zitronensäure gilt dabei dieselbe Regel wie beim Entkalken: kalt anwenden, weil das entstehende Calciumcitrat in warmer Lösung ausfällt. Die Dosierung und den Grund dafür beschreibt der Beitrag zum Entkalken mit Zitronensäure oder Essig.

Essig kommt nur stark verdünnt und nur an Metallteile ohne Dichtung. Er greift Gummi an und hinterlässt einen Geruch, der sich in Kunststoff festsetzt. Soda und Säure nie gleichzeitig ansetzen, sie neutralisieren sich gegenseitig.

Gebissreiniger und Spülmaschinentabs

Gebissreiniger arbeiten mit Aktivsauerstoff. Laut Öko-Test sind ihre Hauptwirkstoffe Peroxide wie Natriumperborat, Natriumpercarbonat oder Kaliumperoxomonosulfat, ergänzt um Soda, Natron und Zitronensäure für das Sprudeln. Das Prinzip ähnelt den Milchsystem-Tabs, und zum Einweichen abnehmbarer Teile funktionieren sie. Allerdings stecken Duft- und Farbstoffe darin, die im Milchweg nichts verloren haben. Gründliches Nachspülen ist deshalb Pflicht.

Spülmaschinentabs gehören nicht aufgelöst in den Milchbehälter. Wo der Hersteller die Teile für die Spülmaschine freigibt, ist die Spülmaschine selbst allerdings der gründlichste Weg im Haushalt: Ihre Reiniger kombinieren Lauge, Enzyme und Sauerstoffbleiche. Ohne Freigabe drohen verhärtete Dichtungen und verzogene Kunststoffteile. Warum Geschirrspültabs auch im Reinigungsprogramm des Vollautomaten nichts verloren haben, erklärt der Ratgeber zum Reinigen mit Geschirrspültabs.

Die richtige Wassertemperatur

Die Temperatur entscheidet mit, ob ein Mittel wirkt. Die LfL beschreibt für die Reinigung von Melkanlagen eine klare Staffel, und die Chemie dahinter gilt im Milchschlauch einer Kaffeemaschine genauso:

SchrittTemperaturGrund
Vorspülenlauwarm, rund 30 °Cspült lose Milch heraus, ohne Eiweiß anzubrennen
Einweichen mit Reiniger40 bis 45 °CMilchfett ist flüssig, Eiweiß bleibt löslich
kochend heißes Wasserüber 70 °CEiweiß gerinnt und haftet an der Oberfläche

Der häufigste Fehler ist das Überbrühen mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher. Es wirkt gründlich, brennt aber genau den Eiweißfilm fest, den es entfernen soll. JURA lässt die Teile der Feinschaumdüse bei eingetrockneten Resten sogar in kaltem Wasser mit Reiniger einweichen.

Was nie ins Milchsystem gehört

  • Chlorreiniger. Sie greifen Kunststoffe und Dichtungen an, ihr Geruch bleibt lange, und mit sauren Mitteln zusammen entsteht giftiges Chlorgas.
  • Scheuermilch und Scheuerschwamm. Kratzer in Kunststoff und Edelstahl sind Nischen, in denen sich Milchreste und Keime festsetzen.
  • Nadeln und Bohrer in der Luftbohrung. Die Bohrung misst weniger als einen Millimeter, jede Aufweitung verändert das Luft-Milch-Verhältnis dauerhaft.
  • Unverdünnte Essigessenz. Sie enthält 25 Prozent Säure und schadet Dichtungen schon bei kurzer Einwirkzeit.
  • Rohrreiniger. Er arbeitet meist mit Natriumhydroxid in hoher Konzentration und ist für Lebensmittelkontakt nicht vorgesehen.

Hausmittel und Pflegeprogramm zusammen

Hausmittel ergänzen das Reinigungsprogramm des Geräts. Die festen Kanäle hinter der Aufschäumeinheit erreicht nur die Lösung, die das Programm hindurchschickt, und dort ist die Wirkung auf das Originalmittel abgestimmt. Die Stärke der Hausmittel liegt bei allem, was sich abnehmen lässt.

Ein Pflegeplan, der beides verbindet:

IntervallMaßnahmeMittel
nach jedem BezugSpülprogrammWasser
täglichAufschäumeinheit zerlegen, Teile spülenlauwarmes Wasser, Spülmittel
wöchentlichTeile einweichen, Bohrungen nacharbeitenSoda-Lösung oder Milchreiniger
laut GerätReinigungsprogramm MilchsystemOriginalreiniger
bei Bedarfweiße Krusten an Düse oder LanzeZitronensäure, kalt

Den kompletten Ablauf mit Bauteilen und Intervallen beschreibt der Ratgeber Kaffeevollautomat Milchsystem reinigen. Bleibt der Schaum trotz sauberer Teile flach, hilft die Fehlersuche unter Kaffeevollautomat macht keinen Milchschaum, und manchmal liegt es auch an der Milch selbst, wie der Beitrag zum Fettgehalt beim Aufschäumen zeigt.

Fazit

Das beste Hausmittel für das Milchsystem ist das unscheinbarste: Spülmittel in lauwarmem Wasser für die täglich abgenommenen Teile. Für den wöchentlichen Durchgang kommt Waschsoda dem Originalreiniger chemisch am nächsten, als einprozentige Lösung mit einem Tropfen Spülmittel und nur für abnehmbare Teile ohne Aluminium.

Essig und Zitronensäure haben einen engen Einsatzbereich, nämlich weiße Krusten an Düse und Dampflanze, und gehören erst nach der alkalischen Reinigung dran. Kochendes Wasser brennt Eiweiß fest, lauwarm ist die bessere Wahl. Und für die Kanäle im Inneren des Geräts bleibt das Reinigungsprogramm mit dem Originalreiniger der Weg, den die Hersteller vorsehen.

Häufige Fragen

Kann ich das Milchsystem mit Essig reinigen?

Für den Milchfilm taugt Essig wenig. Er ist eine Säure, lässt frische Milchreste gerinnen und löst den Fett-Eiweiß-Belag an der Kanalwand kaum. Wirksam ist er nur gegen den mineralischen Anteil von Milchstein und gegen Kalk, etwa an der Dampfdüse. Dazu greift Essig Gummidichtungen an und hinterlässt einen Geruch, der in den nächsten Cappuccino übergeht. Wenn überhaupt, dann nur stark verdünnt an abnehmbaren Metallteilen.

Kann ich das Milchsystem mit Natron reinigen?

Natron reagiert nur schwach basisch, eine Lösung liegt bei einem pH-Wert um 8,3. Gegen den eingetrockneten Eiweiß-Fett-Film reicht das kaum. Brauchbar ist Natron als Paste mit etwas Wasser, um außen an der Dampflanze angetrocknete Milch mechanisch abzureiben. Durch den Ansaugschlauch oder die Aufschäumeinheit im Gerät gehört es nicht, weil Kristallreste in den feinen Bohrungen hängen bleiben können.

Womit kann ich den Milchsystemreiniger ersetzen?

Chemisch am nächsten kommt Waschsoda, also Natriumcarbonat. Es ist Hauptwirkstoff des JURA-Flüssigreinigers, dessen Gebrauchslösung einen pH-Wert von 11,0 bis 11,5 hat. Ein Teelöffel Soda auf einen halben Liter warmes Wasser ergibt eine Lösung in diesem Bereich, ein Tropfen Spülmittel ergänzt das Tensid. Das taugt zum Einweichen abnehmbarer Teile. Für den Reinigungslauf durch das Gerät schreiben Hersteller wie JURA ausschließlich ihre Originalprodukte vor.

Darf ich Gebissreiniger-Tabs für das Milchsystem verwenden?

Für abnehmbare Teile funktioniert das, weil Gebissreiniger mit Aktivsauerstoff arbeiten, ähnlich wie manche Milchsystem-Tabs. Laut Öko-Test enthalten sie Peroxide wie Natriumpercarbonat oder Kaliumperoxomonosulfat, dazu häufig Duft- und Farbstoffe. Diese Zusätze haben im Milchweg nichts verloren, deshalb gründlich nachspülen. Durch das Gerät selbst gehören sie nicht, dort ist die Dosierung unbekannt und die Materialverträglichkeit ungeprüft.

Kann das Milchsystem in die Spülmaschine?

Nur wenn der Hersteller es freigibt. Philips erlaubt bei LatteGo-Geräten laut Bedienungsanleitung ausdrücklich, beide Teile des Milchbehälters in der Spülmaschine oder unter lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel zu reinigen. Bei anderen Bauarten verhärten Dichtungen und feine Ventile bei hohen Temperaturen mit der Zeit. Die Freigabe steht in der Bedienungsanleitung beim Kapitel Reinigung.

Wie heiß darf das Wasser zum Reinigen des Milchsystems sein?

Zum Vorspülen lauwarm, rund 30 °C. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft beschreibt für Melkanlagen, dass Eiweiß über 70 °C gerinnt und an der Oberfläche haften bleibt. Genau das passiert, wenn Milchreste kochend heiß überbrüht werden. Zum Einweichen mit Reiniger passen 40 bis 45 °C: warm genug, damit das Milchfett flüssig wird, und kühl genug für das Eiweiß.

Reicht es, das Milchsystem nur mit Wasser zu spülen?

Für den Alltag nach jedem Bezug ja, das Spülprogramm entfernt lose Milchreste. Den Fett-Eiweiß-Film an der Kanalwand löst Wasser allein aber nicht. Dafür braucht es regelmäßig ein Mittel mit Lauge und Tensid, bei abnehmbaren Teilen reicht Spülmittel oder Soda, für die festen Kanäle im Gerät das Reinigungsprogramm mit dem Originalreiniger.

Das könnte dich auch interessieren