Eiskaffee selber machen: Rezept und 5 Varianten

Der deutsche Eiskaffee mit Vanilleeis und der Iced Coffee über Eiswürfel: beide Grundrezepte mit Mengen, dazu die Flash-Brew-Rechnung gegen wässrigen Kaffee.

Kaffeewissen Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Zwei Getränke, ein Name
  2. Grundrezept 1: der klassische Eiskaffee
  3. Grundrezept 2: Iced Coffee über Eiswürfel
  4. Die Flash-Brew-Rechnung gegen wässrigen Kaffee
  5. Welche Kaffeebasis passt
  6. Variante: Eiskaffee ohne Zucker
  7. Variante: High-Protein-Eiskaffee
  8. Variante: ohne Eis und ohne Eiswürfel
  9. Fazit
  10. Häufige Fragen

Eiskaffee scheitert zu Hause fast immer am selben Punkt: Der Kaffee ist nach zwei Minuten wässrig, weil die Eiswürfel schmelzen. Dazu kommt, dass hinter dem Wort zwei völlig verschiedene Getränke stecken. Diese Seite bringt beide Grundrezepte mit Mengen und zeigt die Rechnung, mit der die Verdünnung von vornherein eingeplant ist.

Zwei Getränke, ein Name

Wer in Deutschland Eiskaffee bestellt, bekommt ein Dessert. Wer in London oder Sydney “iced coffee” bestellt, bekommt ein Kaltgetränk. Beide Varianten sind verbreitet, sie unterscheiden sich aber in Zutaten, Kalorien und Anlass grundlegend.

MerkmalEiskaffee (deutsch)Iced Coffee (international)
Kaffeebasis150 ml kalter Kaffee150–200 ml kalter Kaffee
Kältequelle2 Kugeln VanilleeisEiswürfel
MilchanteilSahnehaube0–100 ml Milch
Glashoch, 300–400 ml, mit LöffelBecher oder Glas, 300–400 ml
Kalorienca. 300–350 kcalca. 5–70 kcal
AnlassNachmittagskaffee, DessertErfrischung, morgens wie mittags
Zwei Gläser im Schnitt nebeneinander. Links der deutsche Eiskaffee mit zwei Kugeln Vanilleeis am Boden, 150 Milliliter kaltem Kaffee darüber und einer Sahnehaube, daneben die Kalorienangabe von rund 350. Rechts der Iced Coffee mit Eiswürfeln, Kaffee und einem Schuss Milch bei rund 70 Kalorien. Darunter eine Aufteilungsleiste für die Flash-Brew-Methode, die 500 Milliliter Gesamtflüssigkeit in 300 Milliliter heißes Brühwasser und 200 Gramm Eis teilt, mit der zugehörigen Kaffeemenge von 30 Gramm.

Beide Varianten verdünnen den Kaffee: Die Eiskugeln zerlaufen zu Milch und Zucker, die Eiswürfel zu Wasser. Die Dosierung muss das vorwegnehmen.

Grundrezept 1: der klassische Eiskaffee

Für ein hohes Glas mit 300 bis 400 ml:

  1. 150 ml kräftigen Kaffee brühen und vollständig abkühlen lassen, am besten schon am Vortag im Kühlschrank. Dosierung mindestens 70 g je Liter, damit er sich gegen die Süße durchsetzt.
  2. Zwei Kugeln Vanilleeis (rund 100 g) in das vorgekühlte Glas geben.
  3. Kaffee langsam darüber gießen, am Glasrand entlang. Das Eis bleibt so länger als Kugel erhalten.
  4. Sahne aufschlagen und als Haube aufsetzen. Rund 30 ml flüssige Sahne ergeben eine passende Menge.
  5. Nach Wunsch mit Kakaopulver oder Schokoraspeln bestreuen, dazu ein langer Löffel und ein Strohhalm.

Der Kaffee muss wirklich kalt sein. Warmer Kaffee lässt die Eiskugeln innerhalb von Sekunden zerfallen, dann entsteht statt der Schichtung eine einheitliche hellbraune Masse.

Grundrezept 2: Iced Coffee über Eiswürfel

  1. Ein hohes Glas bis oben mit Eiswürfeln füllen. Viel Eis schmilzt langsamer als wenig Eis, weil die Gesamtmasse länger kalt bleibt.
  2. 200 ml Kaffee mit doppelter Dosierung brühen, also rund 24 g auf 200 ml. Alternativ zwei Espressi ziehen und mit 100 ml kaltem Wasser strecken.
  3. Direkt über das Eis gießen. Ein Teil schmilzt sofort, das ist eingerechnet.
  4. Nach Wunsch 50 bis 100 ml Milch dazu. Sie legt sich zunächst als eigene Schicht über das Eis und mischt sich beim Umrühren ein.

Wer die Verdünnung ganz vermeiden möchte, friert Kaffee in einer Eiswürfelform ein und verwendet Kaffee-Eiswürfel. Sie schmelzen zu Kaffee statt zu Wasser, die Stärke bleibt vom ersten bis zum letzten Schluck gleich.

Die Flash-Brew-Rechnung gegen wässrigen Kaffee

Flash Brew ist der sauberste Weg zu kaltem Kaffee mit voller Aromastärke. Die Idee: Das Eis ist Teil der Brühwassermenge und wird von Anfang an mitgerechnet.

Die Aufteilung lautet 60 zu 40. Etwa 60 Prozent der geplanten Gesamtflüssigkeit kommen als heißes Wasser über das Kaffeepulver, die restlichen 40 Prozent liegen als Eiswürfel in der Kanne darunter. Der heiße Kaffee trifft auf das Eis, schmilzt es und ist binnen Sekunden kalt.

Zielmengeheißes BrühwasserEis in der KanneKaffee
250 ml150 ml100 g15 g
350 ml210 ml140 g21 g
500 ml300 ml200 g30 g
750 ml450 ml300 g45 g

Die Kaffeemenge richtet sich dabei nach der Gesamtflüssigkeit, also 60 g je Liter wie beim heißen Filterkaffee. Gebrüht wird als Handfilter direkt in die Kanne mit dem Eis, mit 92 bis 96 °C heißem Wasser und mittlerem Mahlgrad.

Der Vorteil gegenüber abgekühltem Kaffee: Die flüchtigen Aromastoffe werden im Moment des Abkühlens eingeschlossen. Kaffee, der eine Stunde offen steht, verliert genau diese Stoffe und schmeckt flach. Die Grundlagen zur Wassertemperatur stehen unter Kaffee brühen: die richtige Temperatur.

Welche Kaffeebasis passt

BasisZeitaufwandCharakterpasst zu
Heiß gebrüht, abgekühlt1–2 h Kühlzeitsäurebetont, kann flach werdenspontan, wenn Kaffee übrig ist
Flash Brew5 minklar, aromatisch, volle SäureIced Coffee, schwarz getrunken
Cold Brew12–24 hmild, süßlich, sehr säurearmVarianten ohne Zucker, mit Milch
Doppelter Espresso2 minkräftig, röstig, wenig Volumendeutscher Eiskaffee, Protein-Variante

Cold Brew ist die säureärmste Basis, weil bei niedriger Temperatur deutlich weniger Chlorogensäuren aus dem Pulver gelöst werden. Das Ergebnis schmeckt von selbst süßlicher und braucht dadurch weniger Zucker. Die vollständige Anleitung mit Verhältnis und Ziehzeit steht unter Cold Brew selber machen.

Beim Bohnenfeld gilt für alle Varianten: mittlere bis dunkle Röstungen. Kälte dämpft die Wahrnehmung von Süße und Aroma, feine Fruchtnoten heller Röstungen verschwinden dabei. Schokoladen-, Nuss- und Karamellnoten tragen auch kalt.

Variante: Eiskaffee ohne Zucker

Die Kaffeebasis selbst enthält keinen Zucker, er kommt über Eiscreme, Sirup und gesüßte Pflanzendrinks hinein. Ohne diese Zutaten bleibt trotzdem ein voller Geschmack möglich.

  • Basis: Cold Brew, weil die kalte Extraktion von Natur aus süßlicher schmeckt
  • Milch: 100 bis 150 ml Vollmilch oder ein Barista-Pflanzendrink in der ungesüßten Variante. Achte auf die Zutatenliste, viele Hafer-Drinks enthalten enzymatisch aufgespaltene Stärke und schmecken deutlich süß
  • Aroma ohne Zucker: ein Tropfen Vanilleextrakt, eine Prise Zimt, ungesüßtes Kakaopulver oder etwas Tonkabohne
  • Süßungsmittel: Erythrit und Xylit lösen sich in kalter Flüssigkeit langsam, deshalb vorher in einem Esslöffel warmem Kaffee auflösen

Ein Hinweis zur Einordnung: Milch bringt mit rund 4,8 g Laktose je 100 ml von selbst Zucker mit. “Ohne Zucker” bezieht sich in diesen Rezepten auf zugesetzten Zucker.

Variante: High-Protein-Eiskaffee

Die Kombination aus Kaffee und Proteinpulver funktioniert, hat aber eine Bedingung, an der sie regelmäßig scheitert.

Molkenprotein gerinnt ab etwa 70 °C. Trifft das Pulver auf heißen Kaffee, denaturieren die Proteine und flocken sichtbar aus, das Glas wird grießig. Die Reihenfolge löst das Problem:

  1. 25 bis 30 g Proteinpulver in 200 ml kalte Milch geben und in einem Shaker oder mit dem Milchaufschäumer klümpchenfrei rühren.
  2. 150 ml vollständig abgekühlten Kaffee dazugießen und nochmals kurz mischen.
  3. Eiswürfel zuletzt, damit sie nicht beim Schütteln zerschlagen werden.

Das ergibt rund 30 g Protein je Glas bei etwa 200 kcal, wenn Magermilch zum Einsatz kommt. Caseinpulver bindet dabei mehr Flüssigkeit als Molkenprotein und macht das Getränk dicklicher, dafür ist es hitzestabiler.

Variante: ohne Eis und ohne Eiswürfel

Wer Eiswürfel vermeiden möchte, kühlt die Flüssigkeit selbst vor. Der Vorteil: Ohne Schmelzwasser bleibt die Stärke unverändert, die Dosierung entspricht der für heißen Kaffee.

  • Im Kühlschrank: frisch gebrühten Kaffee in ein flaches, breites Gefäß gießen. 300 ml brauchen dort 45 bis 60 Minuten. Die flache Form verkürzt die Zeit deutlich gegenüber der hohen Kanne.
  • Im Eiswasserbad: die Kanne in eine Schüssel mit Wasser und Eis stellen und gelegentlich umrühren. 300 ml sind in etwa zehn Minuten kalt.
  • Mit gefrorener Banane: eine tiefgekühlte Banane mit kaltem Kaffee und Milch mixen. Das ergibt ein dickflüssiges Getränk, das ohne Eis kalt bleibt.

Fazit

Die Grundfrage beim Eiskaffee lautet, wie viel Wasser am Ende im Glas landet, das niemand geplant hat. Eiswürfel steuern Schmelzwasser bei, Eiscreme steuert Milch und Zucker bei. Beides lässt sich einrechnen: entweder über eine höhere Dosierung von rund 70 g je Liter oder über die Flash-Brew-Aufteilung von 60 Prozent Brühwasser zu 40 Prozent Eis.

Für den schnellen Weg an einem heißen Nachmittag reicht ein doppelter Espresso über ein volles Glas Eiswürfel. Wer öfter Eiskaffee trinkt, setzt einmal pro Woche Cold Brew an und hat damit eine Basis im Kühlschrank, die zwei Wochen hält und alle Varianten dieser Seite trägt.

Häufige Fragen

Wie mache ich Eiskaffee selber?

Für den klassischen deutschen Eiskaffee kühlst du 150 ml kräftigen Kaffee vollständig ab, gibst zwei Kugeln Vanilleeis in ein hohes Glas, gießt den Kaffee darüber und setzt geschlagene Sahne obenauf. Für die internationale Variante, den Iced Coffee, füllst du ein Glas mit Eiswürfeln und gießt frisch gebrühten, doppelt dosierten Kaffee darüber. Beide brauchen kräftigeren Kaffee als üblich, weil Eis und Eiscreme verdünnen.

Wie verhindere ich, dass der Eiskaffee wässrig wird?

Mit der Flash-Brew-Methode. Du teilst die geplante Gesamtflüssigkeit auf: etwa 60 % kommen als heißes Brühwasser über das Pulver, die restlichen 40 % liegen als Eiswürfel in der Kanne darunter. Für 500 ml nimmst du also 300 ml Brühwasser, 200 g Eis und 30 g Kaffee. Der heiße Kaffee schmilzt das Eis beim Auftreffen, kühlt sofort ab und trifft am Ende genau die Zielstärke.

Was ist der Unterschied zwischen Eiskaffee und Iced Coffee?

Der deutsche Eiskaffee ist ein Dessert: kalter Kaffee mit zwei Kugeln Vanilleeis und Sahnehaube, oft mit Löffel serviert und bei rund 350 kcal. Der Iced Coffee aus dem englischsprachigen Raum ist ein Erfrischungsgetränk aus Kaffee über Eiswürfeln, wahlweise mit einem Schuss Milch, und liegt bei 5 bis 60 kcal. Beide laufen im Deutschen unter demselben Namen, im Café bestellt man deshalb besser mit Beschreibung.

Wie mache ich Eiskaffee ohne Zucker?

Als Basis dient ungesüßter Cold Brew, weil er durch die kalte Extraktion von Natur aus süßlicher und säureärmer schmeckt als heiß gebrühter Kaffee. Dazu kommen 100 bis 150 ml Milch oder ein Barista-Pflanzendrink ohne Zuckerzusatz. Geschmack ohne Zucker liefern ein Tropfen Vanilleextrakt, eine Prise Zimt oder Kakaopulver. Wer süßen möchte, nimmt Erythrit oder Xylit, beide lösen sich allerdings in kalter Flüssigkeit langsam.

Wie mache ich einen High-Protein-Eiskaffee?

Rühre 25 bis 30 g Proteinpulver in 200 ml kalte Milch, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind, und gieße erst dann 150 ml kalten Kaffee dazu. Das ergibt rund 30 g Protein je Glas. Entscheidend ist die Reihenfolge: Molkenprotein gerinnt ab etwa 70 °C und flockt in heißem Kaffee sofort aus. Der Kaffee muss also vollständig abgekühlt sein, bevor er auf das Pulver trifft.

Kann ich Eiskaffee ohne Eiswürfel machen?

Ja, dann kühlst du den Kaffee vor. Frisch gebrühten Kaffee in ein flaches Gefäß gießen und 45 bis 60 Minuten in den Kühlschrank stellen, danach mit kalter Milch aufgießen. Der Vorteil: Ohne Schmelzwasser bleibt die Stärke unverändert, du dosierst also ganz normal. Wer es schneller braucht, stellt die Kanne in ein Wasserbad mit Eis, das kühlt 300 ml in rund zehn Minuten herunter.

Welcher Kaffee eignet sich für Eiskaffee?

Mittlere bis dunkle Röstungen, weil ihre Schokoladen- und Nussnoten auch kalt tragen. Kälte dämpft die Wahrnehmung von Süße und Aroma deutlich, feine Fruchtnoten heller Röstungen gehen dabei verloren. Für die Variante mit Vanilleeis passt eine kräftige Espressoröstung am besten, sie setzt sich gegen die Süße durch. Die Dosierung liegt in jedem Fall über der für heißen Kaffee.

Wie lange hält sich selbst gemachter Eiskaffee?

Die Kaffeebasis hält im verschlossenen Gefäß im Kühlschrank bis zu drei Tage, Cold Brew sogar bis zu zwei Wochen. Sobald Milch dazukommt, gilt die Haltbarkeit der Milch und das Glas gehört innerhalb eines Tages geleert. Fertig zusammengesetzter Eiskaffee mit Eiscreme wird dagegen sofort getrunken, weil die Eiskugeln innerhalb weniger Minuten zerlaufen.

Wie viele Kalorien hat selbst gemachter Eiskaffee?

Das hängt vollständig an den Zutaten. Schwarzer Iced Coffee liegt bei etwa 5 kcal, mit 100 ml Vollmilch bei rund 70 kcal. Der klassische deutsche Eiskaffee kommt mit zwei Kugeln Vanilleeis zu je rund 100 kcal und einer Sahnehaube von 80 bis 100 kcal auf etwa 300 bis 350 kcal je Glas. Ein High-Protein-Eiskaffee mit Magermilch und Pulver liegt bei rund 200 kcal.

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